Aktuelle Informationen und Berichte aus dem Projekt
Weitere Unterseiten gibt es zu Rundbriefen aus den Jahren 2000 bis 2004 Kinder-Rundbriefe Rückblick auf Aktionen Wasserernte
NEU als Download: Sabarkantha Präsentation
Bäume für Sabarkantha - Die Brunnen wieder füllen Ein Projekt in Indien um den kleinen Bauern der Ureinwohner das Überleben in ihrer Heimat zu sichern.
Ein Projekt in Minden und Umgebung um Kenntnisse über das Leben in Sabarkantha zu vermitteln, um Achtung und Interesse gegenüber den Einwohnern dort anzubahnen und die Sensibilität für unsere Umwelt,
unseren Umgang mit Wasser und Bäumen zu verstärken. Stand: Mai 2010, hergestellt von Cornelia Haber Sabarkantha-Praesentation-2010.pdf [1,32 MB]
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HINWEIS: Wegen ungünstiger Wetterprognosen ist der angekündigte Aktions- und Informationstag verschoben worden!
Afghanistan und Indien laden ein in das Eine-Welt-Dorf hinter der Eine-Welt-Schule
Samstag, 19. Juni 2010 von 11 bis 17 Uhr
Informationen über die Projekte Kurzfilme über Afghanistan + Indien
Für eine Durchführung ist sommerliches Wetter erforderlich, und ein neuer Termin wird noch bekanntgegeben.
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AKTUELLES IN KÜRZE: Neues vom Jeevan Wadi, Garten des Lebens: Die Arbeit von Father Peter in Poshina geht gut voran, und er ist von der
Hepatitis-B-Erkrankung wieder genesen. Die Ernte ergab bei 30 kg Mais Aussaat einen Ertrag von 1.200 kg sowie bei 30 kg Daal von 420 kg. Ca. 2.000 Pflanzlöcher für Bäume wurden neu
gegraben. Das erste Dorfschülerheim steht kurz vor der Eröffnung. Die Reparaturarbeiten in Ramad (Kreis Meghraj) an den großen Erddämmen kommen gut voran.
Rundbrief November/Dezember 2009
Liebe Freunde von Bäumen und Brunnen!
Es gibt viel zu erzählen über unser Projekt in Sabarkantha. Die Arbeit von Father Peter in Poshina geht gut voran. Das erste Dorfschülerheim
steht kurz vor der Eröffnung. Aber immer der Reihe nach: Nach dem letzten Rundbrief im März dieses Jahres rief Fr. Peter an und musste erzählen, dass er an Hepatitis-B erkrankt sei. Seine Leber sei
angegriffen und er halte sich zur Pflege in Bhiloda auf, einem Zentrum der Jesuiten, zwei Autostunden von Poshina entfernt. Viele Wochen ließ er sich behandeln und kam erst langsam wieder auf die Beine. Ein Glück
, dass die Behandlung des dortigen Arztes bei dieser schweren Infektion anschlug! Das ist bei Hepatitis B durchaus nicht immer der Fall. Auf jeden Fall war er für einige Monate aus dem Verkehr gezogen, was ihm,
je länger er sich schwach und elend fühlte, nicht leicht fiel. Die angefangene Arbeit in Poshina musste liegen bleiben. Vincent, Koch und Freund, hielt dort, so gut es ging, die Stellung.
Wir haben uns sehr mit Fr. Peter gefreut, als ein Brief aus Poshina vom 18. Mai hier ankam: „Ich bin zurück an der Basis nach einem guten Kurzurlaub in Mumbai. Es war wie im Paradies. Nicht so heiß, gutes, in
der Familie gekochtes Essen, gut schlafen können und ein bisschen Bier gemischt mit Apfelsaft trinken. Hätte ich einen Monat bleiben können, hätte ich mich vollständig erholen können. Aber dauernd kamen Anrufe
aus Poshina … so verließ ich Mumbai wieder.“
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Weiter schrieb er über die Bauarbeiten am alten Farmhaus auf dem neuen Grundstück: “Der Schmied aus Meghraj wird kommen, um
Wellblech auf dem Dach des alten Hauses zu befestigen. (um neue Ziegel zu tragen, war der marode alte Dachstuhl zu schwach) Dann: Den Lehmfußboden entfernen und Zement-Estrich aufbringen. (Nötig, damit
sich die Erdratten nicht durchgraben können) Wir beeilen uns sehr, weil wir die Hitze in der Mietwohnung bei Hamidaben nicht mehr aushalten können. Unser neuer Platz unter dem Schatten der großen Mangobäume
ist jederzeit angenehm, auch in der brennenden Mittagshitze. Dagegen ist es hier den ganzen Tag wie in einem Ofen. Wir müssen mit dem Schlafen bis abends um zehn warten, damit das Bettzeug bei der
Berührung nicht mehr gar so heiß ist“…
„Die Reparaturarbeiten in Ramad (eine seiner früheren Gemeinden im Kreis Meghraj) an den großen Erddämmen kommen gut voran.“
Später bekamen wir Fotos aus Ramad mit einem glücklichen Somabhai vor seinem Brunnen voller Wasser – und das bei einem Monsun, „löchrig
wie ein zerschlissenes Tuch“. Links von Somab steht seine Schwiegertochter mit einem Sohn – nach Adivasi Sitte das Gesicht gegenüber dem Schwiegervater verhüllt.
Inzwischen ist die Monsunzeit vorbei. In Sabarkantha hat es viel zu wenig geregnet, die Bauern rechnen mit höchstens 60% der normalen
Maisernte. Wo bewässert werden konnte, sieht es besser aus. Der ca. 16m tiefe Brunnen auf dem Grundstück von Fr. Peter spendet dagegen reichlich Wasser. Mindestens zwei Wochen hat der Nebenfluss
des Sabarmati, der dicht am Grundstück vorbeiführt, reichlich Wasser geführt. Das hat anscheinend gereicht, die Grundwasserschicht, die seinen Brunnen speist, aufzufüllen.
Später berichtet Fr. Peter, dass sie das Brunnenwasser nicht unabgekocht trinken können: In den Ritzen der Feldsteine, mit denen die tiefe Wasserstelle ummauert ist, wohnen viele Vögel. Sie lassen ihren
Kot in das Wasser fallen. Unten im Wasser leben zwei Wasserschlangen, die sich von hinunter gefallenen Kleintieren und Eiern ernähren. Das alles verschmutzt das Wasser. Deshalb plant Fr. Peter, nach der Brutzeit
der Vögel Knallkörper in einem hinuntergelassenen Gefäß zu zünden, um die Vögel zu vertreiben. Dann soll der Brunnen durch ein Gitter gesichert werden. Ich nehme an, dass das inzwischen geschehen ist.
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„Kommt zu mir alle, die dürstet, könnte das Motto von JEEVAN WADI sein. Mensch und Vieh, alle sind willkommen, den ganzen Tag, ihren
Durst zu löschen oder das reichliche Wasser nach Hause zu tragen“ steht hinten auf diesem Foto. Zusätzlich bewässert der Brunnen auch
noch die Ackerfläche rings um das Haus und das Feld eines Nachbarn. Fr. Peter als „Landwirt“ auf seinen 3 ½ Hektar: Er hat den Acker an zwei
Pächter gegeben. Ein kleineres Stück an Laxmanbhai, den jungen Mann, der von den Jesuiten in Ahmedabad als Sozialarbeiter ausgebildet worden ist und Fr. Peter durch seine Ortskenntnis wertvolle Hilfe geben
kann; den Großteil an den Pächter beim früheren Besitzer. Sie geben ihre Kenntnisse und ihre Arbeit, er das Wasser, Saatgut und den Dünger. Die Pächter erhalten 1/3 des Ertrages (ortsüblich sind ¼).
Inzwischen wurde geerntet: 30 kg. Mais wurden gesät, das ergab 1.200 kg. Die 30 kg. Daal (Linsen)-Saat brachten 420 kg. Wegen des lückenhaften Monsuns fiel die Ernte mittelmäßig aus. Bewässerung kann
den Niederschlag nicht voll ersetzen. Seinen beiden Bauern konnten 10.098 Rupien ausgezahlt werden, Fr. Peter erhielt nach Abzug der Unkosten einen Wert von 8.542 Rupien.
“Das scheint mir kein großer Gewinn, wenn ich an all die Arbeit und herum Rennerei denke, um alles am Laufen zu halten.“ Die Ernte verkauft
er nicht, sondern lagert sie für seine geplanten Schülerheime ein. „Mein Warenhaus ist gefüllt mit all dem kostbaren Mais und Arar Daal. Bald
wird es für die Kinder im Heim in Pipalia und später im „Garten“ Poshina gebraucht, wenn die Kinder gekommen sind. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen lieben die Adivasi Kinder Arar Daal so sehr. Sie
haben nichts dagegen, es wenigstens einmal am Tag zu bekommen, das ganze Jahr! So war es an meinem ersten Ort Vijaynagar und später in Meghraj.
Jetzt ist wieder gepflügt und bald werden 480 kg Weizen gesät…So viel über meine Bauernwirtschaft. So viele Investitionen und so wenig Ertrag!
Ich fange jetzt an, die Bauern besser zu verstehen, die Opfer des geringen oder nicht ausreichenden Regens werden. Und sich dann bei den Händlern für neue Saat und Dünger verschulden müssen. Kein
Wunder, dass so viele Bauern in Indien Selbstmord begehen.“ Aus den Briefen aus Poshina und den Telefongesprächen spricht ein zuversichtlicher und manchmal geradezu glücklicher Fr. Peter: (13.9.)
„Hier in Poshina könnte ich nicht nach etwas Besserem verlangen. Ringsherum grün, grüne Felder. Der Mais wächst dicht neben ,Arar
Daal’ – Linsen. Hier und da große Gurken. Vincent passt gut auf sie auf, dass kein Dieb sie holt. Die Nächte werden zunehmend angenehm.
Morgens bedeckt schwerer Tau den Erdboden. So ist ein Schlafen draußen unter dem dunklen mit Sternen übersätem Himmel nicht mehr möglich.“ Das haben Fr. Peter und Vincent sonst getan. Einziges
Problem: Hinter dem Haus neben dem neu gebauten Toilettenhäuschen steht ein Mast, an dem nachts eine Lampe brennt. Dadurch sammeln sich viele Nachtinsekten an. Das lockt die Frösche. Und die wiederum
werden von den zwei großen Kobras (1 1/2 m und 2 m) gejagt, die sonst auf dem Grundstück auch hinter den Erdratten her sind. Getötet werden
sollen Kobras nicht. Sie halten die Rattenpopulation klein. Und bei vielen Adivasi werden sie auch verehrt. Da muss man schon sehr aufmerksam sein, wenn man nachts herumläuft!
Die Einrichtung des kleinen Dorfschülerheims im Weiler Pipalia kommt langsam (Indian time!) voran. Zuletzt wurde die Eröffnung dadurch aufgehalten, dass der Zement, der für den Bau des Waschplatzes der
ca. 15 Kinder vor dem Haus lagerte, vom Dorfältesten für andere Zwecke „genommen“ worden war. Jetzt muss nur noch das Problem des Koches oder der Kochfrau gelöst werden. Sie sollen aus einem
Nachbardorf kommen. Auf unsere Frage, ob die Kinder ihr Zuhause und ihre Ziegen (die sind auch Spielgefährten der Kinder) vermissen würden,
schreibt Fr. Peter: „Ganz und gar nicht. Das Heim liegt ja mitten in ihrem Dorf, anders als in Meghraj, wo die Kinder weit entfernt von ihrer
dörflichen Umgebung leben. Hier schicken wir sie nach Hause, sooft ihre Eltern sie für dringende und wichtige Arbeiten brauchen. Und die Eltern werden sicher mal vorbei gucken, um zu sehen, wie es ihren Kinder so
geht – praktisch jeden beliebigen Tag.“ Inzwischen sind die beiden winzigen Räume, in denen der ‚Prefect’ des Hauses wohnen soll, in Ordnung gebracht. Er wird der Mann für Alles
sein, Leiter, Manager und Lehrer für Englisch. Fr. Peter plant, Schüler aus den oberen Klassen von Poshina als Aushilfslehrer für Gujarati (Landessprache; die Kinder sprechen Dialekt) und Sozialkunde zu
engagieren. Wie sie allerdings dann regelmäßig da oben hin nach Pipalia kommen können, weiß ich nicht. Zu Fuß ist es (ein bisschen) zu weit. Mein Freund erzählte mir am Telefon, welche Probleme es machte,
das eiserne Bettgestell des Lehrers dahin zu bekommen. Für Peters Jeep war es zu groß – ich glaube, schließlich haben sie es auf einem Kamel über den Feldweg und dann den Hügel hoch transportiert.
Im Mai hatte Fr. Peter 8000 veredelte Mangobäume im Süden von Gujarat bestellt und gleich eine Anzahlung von 25.000 Rupien überwiesen.
Folgende Aufstellung von Ausgaben habe ich im Oktober von ihm erhalten:
Bäumlinge 111.120 Rupien
Erddämme 103.844 Rupien Bauaufsicht 26.000 Rupien
Ausgaben für Pipalia 105.745 Rupien Hilfe für Schüler 20.876 Rupien
Medizinische Hilfe 11.090 Rupien
378.675 Rupien
Nach heutigem Wechselkurs ergeben das etwa 6.300 Euro.
Um sein neues Grundstück hat Fr. Peter ca. 2000 Pflanzlöcher für Bäume graben lassen. Bei Regenbeginn wurden die unterschiedlichsten
Bäumlinge gepflanzt wie Neembäume, Bambus, Bora (kleine, etwas mehlige Früchte ähnlich wie Pflaumen), Zitronen und viele andere einheimische Nutz- und Fruchtbäume. Auch 300 Mangobäume sind
gepflanzt. 50 von ihnen wurden sehr schnell wieder geklaut. „Leider aus dem Boden herausgezogen“, beklagte sich Fr. Peter. „Dabei werden die
kleinen Würzelchen zum Teil abgerissen und die Bäumlinge wachsen schlecht wieder an. Wenn die Leute doch gefragt hätten…“ Die Mangobäumlinge sind veredelt. Sie werden 4 – 6 m hoch und tragen
zum ersten Mal nach ca. 6 Jahren. Hochstämme brauchen 10 bis 15 Jahre, bis die ersten Früchte geerntet werden können. Sie werden dann so groß wie unsere Kastanien. Die kleinen Bäume auf dem Grundstück,
auf dem später die Schule, Schülerheime, ein Haus für Schwestern und eines für die Priester stehen sollen, haben gute Überlebenschancen, denn es ist genug Wasser da, um sie, wenn nötig, zu gießen.
Einen neuen Namen für das neue Grundstück hat Fr. Peter auch schon ausgesucht: Jeevan Wadi, Garten des Lebens.
Im kommenden Jahr wollen wir unser Projekt mit den Schwerpunkten Bäume pflanzen, Wassererntemaßnahmen weiter finanzieren und
zusätzlich, wenn noch Geld übrig bleibt, Hilfe für die pädagogische Arbeit an den Adivasi Kindern leisten. Spender bekommen zum Jahresbeginn mit ihrer Spendenbescheinigung
einen weiteren Kurzbericht über den Stand der Arbeit in Poshina.
Herzlichen Dank für alle treue Hilfe und Ermutigung. Wir wünschen eine frohe Advents- und Weihnachtszeit.
Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Rundbrief Herbst 2009 als pdf-Dokument [250 kB]
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Juni 2009 - 8000 Euro für unsere Projektpartner in Sabarkantha
Der Hauptanteil des überwiesenen Geldes ist für Entwicklungsarbeiten in Meghraj und vor allem Poshina bestimmt. In Meghraj, dem früheren
Wirkungsgebiet von Fr. Peter, ist die Reparatur des Erddammes (Lahde-Damm) im Dorf Navagam fertig. Das Geld dafür war bereits im Vorjahr von Schülern der Realschule Lahde gespendet worden, damit „ihr“
Damm seine wichtige Funktion wieder erfüllen kann. Er war durch einen gewaltigen Wolkenbruch vor zwei Jahren schwer beschädigt worden. An einem zweiten kleineren Sperrwerk im Kreis Meghraj wird noch gebaut.
Mehr im Mindener Tageblatt vom 19.6.2009, zum Artikel im pdf-Format
Achtung: Artikel, Fotos und sonstige Informationen aus dem MINDENER TAGEBLATT / MT-ONLINE sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne
Einwilligung der Chefredaktion verwandt werden.
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16. Mai 2009 – Indientag im Eine-Welt-Dorf
Bei dem Eine-Welt-Dorf Minden handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk, das zusammen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geschaffen worden ist. Es will dazu beitragen, das
Verständnis für die Vielfalt und den Reichtum der Kulturen zu entwickeln, konkrete Entwicklungsprojekte zu unterstützen und für einen sorgsamen
Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. Es ist ausgezeichnet worden als "Zukunftsprojekt NRW" des Städtenetzwerks und Robert-Jungk-Preises sowie als offizielles UN-Dekade-Projekt "Bildung für
nachhaltige Entwicklung" durch die Deutsche UNESCO-Kommission. Hier nun fand unter dem Zeichen "Interkulturellen Lernens" der Indientag statt.

An diesem Tag stand das Sabarkantha-Haus, das einem Bauernhaus aus dem Ureinwohnergebiet im Nordwesten Indiens nachempfunden ist,
und unsere Aktion „Bäume für Sabarkantha – die Brunnen wieder füllen“ im Mittelpunkt des Tages. Angeboten wurde u.a. Würztee, Reis und Daal
, ein Gericht, das täglich von Millionen Indern als Hauptmahlzeit gegessen wird. Der Weltladen Minden hat Tee, Reis und andere fair gehandelte Waren aus Indien angeboten, und anderenorts wurden
Stickarbeiten aus einem Slumprojekt aus der Millionenstadt Ahmedabad verkauft.

Frauen konnten sich von kundiger Hand in einen Sari kleiden und fotografieren lassen, Kinder haben sich an Arbeiten mit indischen
Holzstempeln probiert und musisch Interessierte konnten mit meditativen Klängen an Gong und Klangschale experimentieren. Im Grodnohaus wurde in Wort und Bild von dem Besuch des indischen Projektgebietes
im Januar dieses Jahres berichtet.

Mehr zum Mindener Eine-Welt-Dorf im Internet
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März 2009
In Kürze: Zurück von einer erlebnisreichen Indienreise · Besuch
in Meghraj, der alten Wirkungsstätte von Fr. Peter · Empfang im Kindergarten des Dorfes Dhola Pan · Wichtigstes Ziel der Reise: Poshina, der neue Wirkungskreis von Fr. Peter · Besuch in
Pipalia: das Dorfgemeinschaftshaus als mögliches Schülerheim · Besuch in der Schule von Lakhia am 26. Januar, dem Unabhängigkeitstag Indiens.
Liebe Freunde! Zurück aus Indien Am 6. Februar sind wir müde, aber vergnügt von unserer erlebnisreichen
Indienreise zurückgekehrt. Wir, das sind Cornelia Haber, ihre Tochter Katharina, ich und Friedrich Wichmann. Mehr als vier Wochen waren wir unterwegs: Zuerst verbrachten wir 8 Tage Urlaub gemeinsam mit Father
Peter im wunderschönen Goa. Dann besuchten wir Schwester Lucie in Ahmedabad, die dort seit über 20 Jahren mit Frauen aus Elendsvierteln arbeitet. Sie brachte ihnen das Sticken bei und hilft beim Verkaufen ihrer
farbenprächtigen Kissenbezüge, Tischläufer und manch anderer Artikel. Besuch in Meghraj Anschließend fuhren wir weiter nach Meghraj, der alten Wirkungsstätte
von Peter. Als wir im Dunkeln ankamen, wurden wir freundlich vom Ortspfarrer Arockiaswamy aufgenommen. Die 120 Jungen aus dem Schülerheim standen dicht gedrängt, klatschten und hängten uns
Blumengirlanden um. Wir freuten uns, in Meghraj alte, liebe Bekannte wieder zu sehen: Schwester Dolly, die Leiterin der Schwesterngemeinschaft, Kanubhai, den alt gewordenen Koch des
Schülerheims, Menschen in den Dörfern, die wir schon früher besucht hatten. Unser fröhlicher Freund Fr. Maxim kam sogar auf seinem Motorrad den weiten Weg von seinem neuen Arbeitsplatz in Patan, um
uns zu begrüßen. Im Dorf Panchal nahmen wir an einer eindrucksvollen Frauenversammlung teil und hörten ihre wichtigsten Wünsche: Wasser
, genug Gras für das Vieh. Sie klagten darüber, dass ihre Männer oft auswärts arbeiten müssen, um für die Familie zuzuverdienen und dass von den gesetzlich von der Regierung zugesicherten 100 Tage Arbeit oft
nur ein Teil des Lohnes bei den Bauern ankomme. Oft gebe es auch gar keine Arbeit. Einfach nur schön war der Empfang im Kindergarten des Dorfes
Dhola Pana („Weiße Steine“ – weil überall heller Marmor aus der Erde guckt). Wir hatten großen Spaß an den Tanzvorführungen der Kleinen,
und die Stimmung war so locker, dass nachher anwesende Frauen spontan einen traditionellen Rundtanz begannen. Zum Abschluss bekamen die Kinder auf einem Stück Zeitung Reis serviert mit scharf
gewürzten Kichererbsen. Im Nachbarhaus durften wir dann noch den vor 6 Tagen geborenen Enkelsohn des alten Katecheten von Father Peter bewundern. „Nun ist
aber genug“, ermahnte Peter den Vater des 6. Kindes. „Du musst jetzt etwas dagegen tun!“ Nach diesen Besuchen fuhren wir zum wichtigsten Ziel unserer Reise,
zum neuen Wirkungskreis unseres Freundes, nach Poshina. Poshina ist ein kleiner Ort im nördlichsten Zipfel von Sabarkantha. Etwa 4000 Menschen leben hier: Bauern, Händler, Handwerker, Lehrer,
die zum Teil von hier aus zu ihren kleinen Dorfschulen fahren. Rechts und links der Hauptstraße liegen im Ort ein paar Geschäfte, ein Restaurant, das preiswerte, scharfe Mahlzeiten anbietet, ein Schmied und eine
Töpferei, die die Tonpferdchen herstellt, für die Poshina bekannt ist: Das sind Votivgaben der Adivasi –Bevölkerung an Gottheiten. Dann gibt es noch die Schule, eine Polizeistation, ein neues, fast fertiges
Gesundheitszentrum (Fr. Peter sagt: Ohne Arzt und bisher ohne Medikamente und Einrichtung) und das kleine Hotel im alten Schloss des früheren Herrschers von Poshina. Neben dem Schloss hat ein
Silberschmied seinen kleinen Laden. Am Ortsausgang befindet sich ein Jain - Tempel. Dahinter fließt in der Regenzeit ein Nebenarm des Sabarmati – Flusses. Ein Betonstreifen
geht durch das Flussbett – führt der Fluss zu viel Wasser, kann man nicht auf die andere Seite kommen. Ein Stückchen weiter liegt links das große Grundstück, das Fr. Peter von
einem Jain-Ehepaar erwerben konnte. Eine Anzahlung ist erfolgt, aber das behördliche Genehmigungsverfahren wird sich noch lange hinziehen. Dort können später das Schülerheim und auch einmal die Schule Platz
finden. Wenn das alte Bauernhaus, das auf dem Grundstück steht, gründlich renoviert ist, will er dort mit seinem Freund und Koch Vincent einziehen. Die Arbeit hat begonnen. Neben dem Haus werden die
Mangobäumlinge, die er in Südgujarat kaufen konnte, auf langen Beeten eingepflanzt. Der tiefe Brunnen spendet reichlich Wasser, so können sie bewässert werden und noch tüchtig wachsen, ehe sie an die
Bauernfamilien rings um Poshina verteilt werden. Besuch in Pipalia Wir fuhren mit Fr. Peters über 20 Jahre altem Jeep durch das trockene
Flussbett hoch über eine kurvige und sehr schmale, aber relativ gut geteerte Straße. Nach einigen Kilometern erreichten wir das Dörfchen, in dem er sein erstes Schülerheim
einrichten will. Auf einem winzigen Bergrücken liegt das von einer Gruppe in Poshina gebaute Dorfgemeinschaftshaus, das aber kaum benutzt worden war. Der
Dorfälteste von Pipalia hatte es Fr. Peter als Schülerheim angeboten. Als wir dort ankamen, empfing er uns und zeigte uns alles. Er erklärte:
„Im größeren Raum können die Kinder studieren, essen und schlafen.“ Für die Mitarbeiter gibt es zwei Nebenräume. Das kleine Gebäude gegenüber soll als Waschhaus dienen. Vor dem Haupthaus wird bereits
das Küchengebäude hoch gemauert. Inzwischen wurden auch Türen und ein Wasserbehälter angeliefert. Der Dorfälteste ist Priester und betreibt einen winzigen Kramladen, wo er während unserer Anwesenheit kleine
Dinge gegen Bündelchen von Baumwolle verkaufte. Später zeigte er uns auch noch den Brunnen, der etwa 10m unterhalb des Bergrückens von dichten Bäumen beschattet liegt. Sein Wasser
reicht für einige kleine Winterweizenfelder. Von ihm könnte man Wasser in den Behälter auf dem geplanten Schülerheim pumpen. Vom Dach des künftigen Dorfschülerheims sahen wir die in ca. 2
Kilometer Luftlinie entfernte Regierungsschule liegen. „Wenn unsere Kinder dort hingehen, hoffe ich, dass wir es schaffen werden, eine gute Zusammenarbeit mit dieser Schule in Gang zu bringen“, meinte Peter.
Sehr erfreulich verlief ein Besuch in der kleinen Schule von Lakhia. Dort trafen wir am 26. Januar, dem Tag an dem die Unabhängigkeit
Indiens gefeiert wird, einen Lehrer, der für seine Kinder eine kleine „Parade“ mit anschließendem Essen organisiert hatte. „Ich bin gerne
Lehrer in diesem kleinen Dorf“, erzählt er uns. „43 Kinder sind bei mir zum Unterricht angemeldet, 25 kommen regelmäßig.“ Wir schauten uns
seinen Unterrichtsraum an: Ungewöhnlich viel Lehr- und Lernmaterial war zu sehen: Gläschen mit Samen, Zeichnungen an den Wänden, Kalender, Trommeln zur Begleitung von Liedern usw. Der Lehrer hätte es zu gerne,
wenn Fr. Peter recht bald mit der Einrichtung eines zweiten Schülerheimes im alten Haus des Bürgermeisters, das ganz in der Nähe der Schule liegt, beginnen würde. „Denn Schülerheimkinder kommen
regelmäßig und sind auch besser ernährt“, meinte er. Aber die Drohung der rechten Hindus, die Arbeit der Jesuiten zu stören, steht weiter im Raum. Fr. Peter sagte: „Wenn ich auf einer
Versammlung von Adivasi in einem abgelegenen Dorf von meinen Plänen erzähle und für eine bessere Schulbildung der Bauernkinder werbe, kann es passieren, dass ein oder zwei Sätze meiner
Ausführungen ein paar Tage später in einer rechten Hinduzeitung auftauchen. Ich muss sehr vorsichtig sein.“ Verwendung von Geldern
Ich habe Fr. Peter vorgeschlagen, dem Lehrer von Lakhia eine kleine Summe von unserem Geld zur Verfügung zu stellen, damit er zusätzliches Lehrmaterial für seine Kinder kaufen kann. Ich glaube, das
Geld ist da gut angelegt. Weitere Mittel werden im Dorf Pipalia gebraucht. Die Bauern wünschten sich eine Vertiefung des Brunnens. „Nicht ohne Bäume zu pflanzen und
Wassererntemaßnahmen durchzuführen“, antwortete ihnen Fr. Peter. „Was ihr dem Boden entnehmen wollt, müsst ihr ihm auch wieder zuführen“. Er meint, dass die Bauern das verstanden haben. Sie wollen
sich am Bau von kleinen Dämmen beteiligen und Konturgräben an den Berghängen anlegen, um „Wasser zu ernten“. Kleine Mangobäumlinge will Father Peter wieder in Südgujarat kaufen. Sie werden dann auf dem
Land in Poshina, wo einmal das große Schülerheim stehen soll, eingepflanzt und regelmäßig gewässert, damit sie noch kräftiger werden. Wenn der Monsun beginnt, können sie an die Dorfbewohner verteilt werden.
Diese Arbeiten sollen in der kommenden heißen Sommerzeit durchgeführt werden. Auch der vor zwei Jahren gebrochene „Lahde-School-Dam“ im Dorf Navagam, Kreis Meghraj soll dann repariert
werden Das Geld dafür ist schon vorhanden. Und dann hoffen alle, dass der Monsun im Juni rechtzeitig beginnt und vor allem ausreichend Niederschläge bringt, damit nach einem Jahr des
Mangels die Bäche und Flüsse in Sabarkantha wieder Wasser führen. Mit herzlichen Grüßen sind wir Ihre
Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Rundbrief März 2009 als pdf-Dokument [50 kB] siehe auch bebilderten Kinderrundbrief März 2009
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Oktober 2008
In Kürze: im September 2008 wurden 10.000 Rupien nach Indien
überwiesen. Der Sommerregen war in diesem Jahr in den nördlichen Gebieten von Gujarat sehr bescheiden. Planungen für ein erstes kleines Schülerheim in einem Dorfgemeinschaftshaus
im Dorf Pipalia bei Poshina. Bilder aus Poshina / Sabarkantha.
Im September 2008 konnten wir 10.000 Rupien nach Indien überweisen. Einen Teil des Geldes hat Vater Peter an unterschiedliche Projekte in
Sabarkantha bzw. Gujarat weiter gegeben. Er ist ja immer noch dabei, die Voraussetzungen für seine Arbeit im Kreis Poshina im Norden von Sabarkantha zu schaffen. Zu Beginn musste er das wegen der
christenfeindlichen Aktivitäten der radikalen Hindupartei sehr behutsam tun. Sie hatte mit Terror gedroht.
Die gleiche Partei hat im Bundesland Orissa kürzlich Unruhen provoziert, bei denen 40 Christen umgebracht und tausende von Christenhäusern
demoliert wurden. Die Polizei griff nicht ein. Deshalb ist Vater Peter in Poshina sehr vorsichtig, um kein Aufsehen zu erregen. Das ist auch der Grund dafür, dass er bisher nur kleine Baumpflanzungen und wenige
Dammbauten in Gang gebracht hat.
Von den 10.000.- Euro hat er seinem Freund Vater Maxim 2.000.- gegeben, damit der in Patan, im Osten Gujarats sein kleines Schülerheim
finanzieren kann. Vater Maxim hat früher mit meinem Freund Peter zusammen in Meghraj gearbeitet. Er ist ein energiegeladener, fröhlicher junger Priester. Er hat sich in einer E-Mail für die Hilfe bedankt: "Ich bin sehr froh, dass Du mit Hilfe von Freunden
meiner Mission hilfst. Ich finde, das ist Gottes Tat und er zeigt uns den Weg. Es zeigt, dass Ihr uns helft und das macht das Leben leichter für uns. Gott segne Dich und jeden Einzelnen von Euch. Ich versichere,
dass das Geld für die Kinder, für ihr Lernen und ihr Essen benutzt wird…."
Ein anderer Teil des Geldes soll für die Reparatur eines gebrochenen Erddammes in Navagam bei Meghraj benutzt werden. Der Damm war
schon im vorigen Jahr bei einem extremen Regenfall – 320 mm in einem Tag! – teilweise weggespült worden. Schließlich bekommt Schwester Tecla etwas Geld zum Bäume pflanzen
. Sie arbeitet unter den Ureinwohnern im Süden Gujarats. Schwester Tecla hat früher unter Vater Peter die Frauenhilfsarbeit im Kreis Meghraj aufgebaut. Bei ihrem
Weggang aus Meghraj, der von „Ihren“ Frauen sehr bedauert wurde, gab es 23 Gruppen im Kreis. Viele sind bis heute aktiv in der gegenseitigen Unterstützung, im Frauen - Power - Lernen, bei der
Gesundheitserziehung und bei Bäumen und Dämmen. Schwester Tecla ist eine ungewöhnlich kommunikative und liebenswerte Schwester! Immer mal berichtet sie in einem handgeschriebenen Brief von ihrer Arbeit: "Wir haben viele Fortbildungsprogramme. Dies Jahr auch ein
Baumpflanzprogramm. Unsere Leute leben in einem Waldgebiet. Sie streiten für ihren Wald. Die Regierung hat ihnen den größten Teil ihres Landes weggenommen. Wir haben uns dagegen gewehrt…"
Noch wohnt Vater Peter in Poshina zur Miete in einigen ziemlich leeren Räumen (er besitzt ja kaum etwas Persönliches) bei einer Moslem
Familie, die einen kleinen Budenladen betreibt. Aber am 20.10. sollte das Grundstück am Rand des Ortes vermessen werden, auf dem später Schülerheim und Schule stehen werden. An dem Tag sollte sich auch
entscheiden, ob er in das kleine leer stehende Farmhaus auf dem Land einziehen kann, um dort mit seinem alten Freund und Koch Vincent zu wohnen.
In einem Dorf in der Nähe Poshinas ist mein Freund dabei, ein erstes kleines Schülerheim für einige Jungen und Mädchen (erste Klasse) in
einem Dorfgemeinschaftshaus im Dorf Pipalia bei Poshina einzurichten. Die Dorfleitung hatte ihn darum gebeten. Eine ganze Anzahl Kinder könnten dort wohnen und die örtliche Regierungsschule (1. bis 10.
Schuljahr) besuchen. Weil Vater Peter darauf achten wird, dass die Lehrer den Unterricht regelmäßig erteilen und er für eine bezahlte Hausaufgabenhilfe sorgen wird, können die Jungen dort gut lernen. Und
sie werden auch täglich genug zu essen bekommen – in ihren armen Elternhäusern eher eine Ausnahme. Das Gemeinschaftshaus liegt gut und es muss nicht viel renoviert
werden. Es besitzt einen großen Raum und zwei kleine Nebenräume, dazu einen Waschraum außerhalb. Es gibt einen Brunnen dort mit einer Pumpe und weiter unten am Hügel eine Handpumpe.
Der Sommerregen war in diesem Jahr in den nördlichen Gebieten von Gujarat sehr bescheiden. Er reichte gerade für eine knappe Maisernte.
Aber es hat so wenig geregnet, dass die meisten Bäche und kleinen Flüsse gar kein Wasser führten. Es hat sich also wenig Grundwasser gebildet. Das bedeutet, dass die Brunnen nicht genug Wasser führen,
um überall wenigstens ein kleines Feld mit Winterweizen zu bestellen. Schwierige Zeiten stehen bevor, vor allem, wenn es Ende März wieder glühend heiß wird und sogar das Trinkwasser in manchen Gegenden
knapp wird.
Im Januar 2009 will ich zusammen mit Cornelia Haber und ihrer erwachsenen Tochter und meinem Sohn noch einmal nach Indien reisen,
um den neuen Wirkungskreis meines Freundes kennen zu lernen.
Bilder aus Poshina / Sabarkantha Juni 2008

Das Hirtenmädchen war mit ihren Eltern dabei, eine große Herde von ca. 200 Kühen über eine Straße zu treiben.
Sie wollte gerne fotografiert werden. Sie war sehr aufgeregt, als sie dann ihr Bild auf dem Screen der Kamera sehen konnte.
Vater Peter freut sich sehr über die kleine Digitalkamera, die wir ihm bei seinem letzten Besuch in Minden geschenkt haben. - Und wir bekommen
auf diese Weise Bilder von Poshina und Umgebung.
Hinter dem Haus, in dem Vater Peter in Poshina Zimmer im Obergeschoss gemietet hat.
Hinter der Mauer sein treuer alter Jeep, uralt, nur der Aufbau ist vor ein paar Jahren erneuert worden. Der Motor läuft und läuft – nur zweimal
habe ich erlebt, dass er eben nicht lief: Die Lichtmaschine fing an mitten in der Nacht zu kokeln. Beim zweiten Mal streikte das Getriebe, mit noch
einem funktionierenden Gang erreichten wir den nächsten Ort mit einer Werkstatt. Die Holzbündel werden von der Wirtin von Vater Peter zu je 30 Rupien
an Regierungsangestellte und Polizisten, die in der Nähe wohnen, als Kochholz verkauft. 30 Rupien erscheinen mir sehr viel, verdient doch ein
Tagelöhner zwischen 80 und 120 Rupien pro Arbeitstag. Holz ist selbst in dieser, relativ waldreichen Gegend knapp und entsprechend teuer. Die angebundenen Hühner kosten 150 Rupien. Fleisch ist kostbar.
Mit herzlichen Grüßen Ihr Ehrhardt Wichmann
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Juni 2008
Der Inhalt im Überblick: Widerstand von radikalen Hindus · Langsam kommt die Arbeit voran · Father Peter ist nach Poshina
umgesiedelt · Besuche in den Dörfern · Kontakt zu Meghraj · Spendenstand April 2008
Langsam klärt sich die Situation am neuen Wirkungsplatz von Fr. Peter in Poshina.
Zur Erinnerung: Vor 1 ½ Jahren hat Fr. Peter seine Arbeit in Meghraj, im Süden von Sabarkantha beendet. Er hatte dort seit 1993 mit Mitarbeitern und
Schwestern die dortige kleine Gemeinde betreut, Schülerheime und Schule und Entwicklungsarbeit in vielen kleinen Dörfern vorangebracht: Mit unserer Hilfe hat er weit über eine Million Bäumlinge gezogen und
gepflanzt und Hunderte von kleinen Erddämmen bauen lassen. Jetzt übernahm ein Gemeindepfarrer die Pfarrstelle und konzentriert seine Arbeit stärker auf den geistlichen Gemeindeaufbau. Fr. Peter ist als
Jesuit Pionierarbeiter und beginnt im Nordwesten von Sabarkantha eine völlig neue Arbeit. In und um Poshina, Zentrum eines Adivasi (Ureinwohner) – Gebietes,
gibt es bisher noch keine Christen. Die Gegend ist eines der am wenigsten entwickelten Gebiete Indiens. Viele Menschen leben in großer Armut. Die Analphabetenrate ist hoch.
Widerstand von radikalen Hindus Trotzdem oder gerade deshalb haben radikale Hindupolitiker versucht, den Neuaufbau eines christlichen Entwicklungszentrums zu verhindert.
Vater Peter musste sich langsam und behutsam an die Arbeit dort herantasten. Immer wieder heißt es in seinen Briefen: „Die kommenden Wochen und Monate werden vor allem von Treffen von Dorfbewohnern
und ihren Anführern bestimmt sein. Dabei schaue ich mich auch nach geeigneten Plätzen für Wasserernte (kleine Dämme und Versickerungsgräben) und Baumpflanzungen um. Aber es wird
hauptsächlich Abwarten und möglichst vorsichtiges Agieren bedeuten, bis ich genau weiß, wohin es geht.“ Die Unterstützung der Dorfleiter hat
er in den vergangenen 1 ½ Jahren gewonnen. Sie boten ihm auch an – wie auch immer - ihn vor Angriffen der rechten Hindus zu schützen.
Jedenfalls wünschen sie dringend eine gute Schule für ihre Kinder und Entwicklungsarbeit in den Dörfern.
Langsam kommt die Arbeit voran Es sieht so aus, dass beides jetzt – langsam und ohne großes Aufsehen – beginnen kann. Die erste Voraussetzung
: Sein größter Gegner unter den radikalen Hindus ist durch einen schweren Motorradunfall praktisch außer Gefecht gesetzt. Er ist teilweise gelähmt (Fr. Peter hat ihn im Krankenhaus in
Ahmedabad besucht) und kann nicht mehr gegen ihn arbeiten. Zwei neu gewählte Hindu Abgeordnete wollen ihn wohl unterstützen, weil Schule und Entwicklung ihres Wahlkreises dann auch ihr Verdienst sein könnte.
Die zweite Voraussetzung: Ein geeignetes Gelände für Schülerheime, Schule, ein Haus für Peter und eine Schwesternstation mit Gesundheitszentrum scheint gefunden. Das bisherige Grundstück (2
Hektar) ließ sich durch Zukauf nicht erweitern und kann eventuell durch einen geplanten Bewässerungskanal der Regierung auch noch durchschnitten werden. Vater Peter hat ein neues Grundstück in Aussicht
, es ist doppelt so groß – ca. 4 Hektar. Im Moment wird um den Kaufpreis verhandelt. Das wird durch die Gemeinschaft der Jesuiten im Staat Gujarat besorgt.
Seit April fest in Poshina Anfang April ist Father Peter nach Poshina umgesiedelt. Er hat eine kleine Wohnung im ersten Stock einer Moslem Familie gemietet und ist
dort während der Woche. Von dort fährt er mit seinem uralten Jeep (von dem er behauptet, er führe jetzt wieder sicher und ohne Probleme) auf
die Dörfer. Abends fühlt er sich dann recht einsam in der Wohnung: „Es war für mich eine recht schwierige Woche in Poshina, hauptsächlich wegen der fehlenden Beziehungen - aus einer lebendigen
Gemeinschaft von Jesuiten in eine unbekannte Umgebung mit Menschen, die ich nicht kenne. Das andere Problem ist das Essen, 4 Mahlzeiten in 4 Tagen. So träumte ich nachts, statt auf die Billionen
Sterne zu schauen, von „Sauerkraut und Apfelstrudel“. Körperlich aber bekam mir das gut. Und ich lernte an mir selbst kennen, was für die
meisten Inder in ländlichen Gebieten Alltag ist. Ich denke, ich akklimatisiere mich in den nächsten Wochen und beschäftige mich mit den geplanten Bauarbeiten“ (Brief 12. April 2008)
Er freut sich sehr darüber, dass „Mein alter Freund und Koch Vincent, mit dem ich in Meghraj zusammen gearbeitet habe, zugestimmt hat,
Mitte Juni zu mir zu kommen. Er war mir ein großartiger Mitarbeiter und ich musste mir um Haus und Hof keine Sorge machen, wenn er da war.“ Und wie geht es dann weiter: „Auf dem neuen Grundstück, das wir
kaufen wollen, steht ein kleines Bauernhaus. Da wird dann genug Platz sein für uns beide und vielleicht auch für einige Kinder, die bei uns
leben und die örtliche Primary School (1.-10. Klasse) besuchen wollen. Die Schule liegt 1/2 Kilometer entfernt. Alles muss klein beginnen. Das ist das Beste.“
Immer wieder berichtet Fr. Peter von den Menschen in den Dörfern um Poshina: Unterwegs auf den staubigen Landstraßen trifft er Kinder, die
Holz in den Restwäldern „organisiert“ haben, um es auf dem Markt von Poshina als Brennholz zu verkaufen. Oft sind sie seit dem frühen Morgen
vom Dorf zum Wald, vom Wald nach Poshina gelaufen und können erst nach dem Verkauf des Holzes zu Hause auf eine Mahlzeit hoffen. Solche Kinder möchte er gerne später in seine Schule aufnehmen.
Besuche in den Dörfern Er besucht arme Familien auf den Dörfern, Die Väter und älteren Söhne sind unterwegs in den Städten, um Arbeit zu finden. Die Frauen
kümmern sich um die Kinder und die kleine Landwirtschaft. Die Häuser sind sehr viel ärmlicher als in Meghraj. Oft lebt die Familie mit dem Vieh in einem Raum. An einer Leine hängt die Garderobe der Familie.
Wichtig sind für ihn die Treffen mit den Bürgermeistern/Dorfleitern. Diese sehen die schwierige Situation der Adivasi um Poshina anscheinend
sehr klar: Ohne eine gute Schulbildung und einen vom Staat anerkannten Abschluss haben die Kinder, die nicht die traditionelle Landwirtschaft
und Viehwirtschaft der Familie weiterführen können, kaum eine Chance. Indien ist zunehmend ein moderner Industriestaat, der immer mehr
ausgebildete Arbeiter braucht. Menschen, die außer ihren Händen nichts zu bieten haben, finden zwar auch eventuell Arbeit, werden aber schamlos ausgebeutet und können von dem, was sie verdienen, kaum
leben, geschweige denn, eine Familie ernähren. Deshalb: Schulbildung !
Kontakt zu Meghraj Zu der Gemeinde Meghraj haben wir weiter Kontakt über Schwester Dolly, Leiterin der dortigen Schwesternkongregation. Sie berichtet manchmal per E-Mail: „Letztes Jahr war der Monsunregen gut und die
Menschen haben zu essen bekommen. Auch der (Winter-) Weizen stand gut und die Leute freuten sich. Plötzlich (mitten in der Erntezeit Ende März/April 2008) kam eine Wetteränderung, es regnete und
stürmte. Vergangenen Abend war es besonders schlimm, einige Häuser wurden zerstört, weil der Sturm die Dächer abdeckte. Die Ernte ist nass geworden. Die Armen werden darunter leiden“.
Mit dem Nachfolger von Vater Peter, Pfr. Arockiaswamy, besteht gelegentlicher Briefkontakt wegen der Patenkinder, die von uns aus unterstützt werden.
Herzlichen Dank für alle bisherigen Spenden.
Auf unserem Konto waren Mitte April: 11.557,13 Euro
Davon für Patenkinder nach Meghraj überwiesen: 900,00 Euro Der Rest wird nach Poshina überwiesen, sobald Vater Peter das Geld
abruft.
Für Januar 2009 planen wir noch einmal eine Reise nach Indien, um den neuen Arbeitsort von Fr. Peter kennen zu lernen. Wir werden auch nach
Meghraj kommen, um alte Freunde, Fr. Rockiaswamy und Schwester Dolly zu besuchen.
Mit besten Wünschen für einen guten Sommer, erholsame Ferien – und für Sabarkantha hoffentlich ein pünktlicher und nicht wieder so
zerstörerischer Sommermonsun! Um den 15. Juni herum soll der Regen nach Sabarkantha kommen. Im Augenblick zeigt das Meteorologische Institut von Delhi, dass der Regen am 25. Mai bis zur Mitte Sri Lankas
vorgedrungen war. Ein weiteres Vorrücken Richtung Norden wird für die nächsten zwei, drei Tage erwartet.
Mit herzlichen Grüßen Ihre
Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Rundbrief Juni 2008 als pdf-Dokument [42 kB]
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November 2007
Der Inhalt im Überblick: Augenblickliche Situation an der neuen Wirkungsstätte in Poshina · Viele Adivasi werden selbstbewusster
· Vater Arockiaswamy in Meghraj · Exzessiver Regen im Gebiet um Meghraj
„Die Bauern in den Dörfern ringsum“ – schreibt Fr. Peter im letzten Brief vom 10. Oktober, „bringen ihre wunderbare Maisernte ein. Mitglieder
unserer Selbsthilfegruppen und der Mahila Mandal (Frauenhilfe) hatten von uns ein Paket zum Regenbeginn erhalten: Samen einer speziellen Maissorte und Dünger. Die Ernte war erstaunlich, fast 700 Körner in
jedem Maiskolben. Die Bauern werden davon verkaufen, um Bargeld zu bekommen. Der Mais aus ihrem eigenen Saatgut wird zuhause verbraucht. Einige haben mehr als 1.000 kg. Mais von einem Morgen
Land geerntet…“ „Der Regen war besonders gut für unser Baumpflanzprogramm: 40.000 Teakbäumlinge (das Stück zu 2 Rupien), 600 sehr gute Mango
Obstbäume (16 Rupien/Stück). Dazu noch tausende Bambusstauden an meinem vorläufigen Aufenthaltsort Bhiloda und auch in Poshina gezogen. Einen Teil der Teakbäumlinge habe ich an die Priester und Schwestern
von Nana Kantharia, Meghraj und Vijaynagar (erste Wirkungsstätte von Fr. Peter) abgegeben. Für diesmal habe ich von den Leuten einen anteiligen Kostenbeitrag für die Bäumlinge erbeten, der gerne gegeben
wurde. Ein paar tausend Rupien habe ich eingenommen, die ich für arme Schüler und kranke Adivasi verwende. Einer der Kranken ist Ajit Gameta, der mir bei den Projektarbeiten in Meghraj geholfen hat. Er hat
eine schwere Tuberkuloseinfektion. Dann gibt es noch einige Studenten, denen ich mit dem Geld helfe – ich hoffe, das ist Dir recht.“
Augenblickliche Situation an der neuen Wirkungsstätte in Poshina „Poshina muss immer noch warten, aber ich bin in ständigem Kontakt
mit einigen meiner Freunde in diesem Gebiet. Es kann sein, dass mich der Bürgermeister von Poshina morgen anruft, weil er mich sehen will. Er will uns ein Stück Land, das an unser Grundstück anschließt, als
Geschenk geben Es ist so genanntes „Kharabo“-Land (Wüstland), das von der Gemeindeleitung an Organisationen gegeben werden darf, die
für den Ort etwas Gutes tun wollen. Ich bin mir sicher, er erwartet dabei für sich eine „bakshish“, eine Spende unter dem Tisch. Aber das geht für mich in Ordnung.“ (Diese Bemerkung von Fr. Peter bezieht sich darauf,
dass er es sonst strikt ablehnt, sich an der in Indien üblichen Bestechungspraxis zu beteiligen. Als wir bei unserem letzten Besuch im halbleeren Zug nach Delhi nur dann vom Schaffner eine Platzkarte
verkauft bekamen, wenn wir ihm einen zusätzlichen Betrag zusteckten, sind wir statt dessen lieber über 10 Stunden mit einem elenden Bus durch die Nacht gefahren, als die gewünschte Bestechung zu zahlen.)
An einer anderen Stelle beschreibt er die augenblickliche Situation als ‚Warteschleife’. Er muss so lange ruhig halten, bis die Bezirkswahlen um
den 16. Dezember herum vorbei sind. Ein Kandidat der radikalen Hindu-Partei versucht, auch in bösartigen und verleumderischen Zeitungsartikeln, gegen ihn Stimmung zu machen, um auf diese Weise
Stimmen zu fangen: ‚Er wolle eine englischsprachige Schule mit Millionenspenden aus Amerika bauen, um die Adivasi zu Christen zu machen.’ Vater Peter hofft, dass sich nach der Wahl kein Mensch mehr
für diese Verleumdungen interessiert und er endlich mit der Einfriedung des Grundstückes und danach mit dem Bau eines kleinen Schülerheimes anfangen kann. Dazu kämen dann weitere „Water-shed
-Arbeiten“ (kleine Erddämme und flache Gräben entlang der Hügel, die das nieder fließende Wasser stoppen und versickern lassen.) Das Warten fällt ihm sehr schwer.
Anfangsarbeiten in Poshina Trotzdem ist inzwischen schon eine ganze Menge in den Dörfern um Poshina geschehen: Die Bauernfamilie Gamar aus dem Dorf Jugrotha
bei Poshina hat erfolgreich eine Baumschule mit mindestens 10.000 Bambusstauden eingerichtet und zum Teil im Monsun an Bauern weitergegeben. Bambus wird in den Dörfern vielseitig eingesetzt.
Zusätzlich konnten wieder Teakbäumlinge in Südgujarat besorgt werden. Auch einige gute Mangobäume wurden verteilt. Wenn ich ihn am Telefon richtig verstanden habe, konnten auch einige erste Erddämme gebaut
werden. Schließlich hat Fr. Peter 8 Kinder aus Poshina im Schülerheim in Bhiloda unterbringen können. „Sie haben sich gut eingewöhnt und sehen
jetzt auch gesünder aus. Ihre Eltern haben den anderen Dorfbewohnern in Poshina erzählt, welche Lernmöglichkeiten ihre Kinder jetzt haben, und
ihnen über die Disziplin und die gute Lernatmosphäre dort berichtet– all das gibt es nicht in der Gegend von Poshina.“
Besuche in den Dörfern Vor allem hat Fr. Peter die Zeit genutzt, die Dörfer und die Bewohner kennen zu lernen. Oft ist er mit dem Bus (2-3 Stunden von seinem
jetzigem Aufenthaltsort) oder mit seinem uralten Motorrad in die Dörfer gefahren und hat mit den Leuten gesprochen. Immer wieder sagten sie:
„Komm, wir brauchen dich. Bau uns eine gute Schule, in der die Lehrer auch wirklich Unterricht geben.“ Es ist deutlich, dass die Adivasi die
Zeichen der Zeit erkannt haben: „Ohne Ausbildung und Schulabschluss haben unsere Kinder keine Chance im modernen Indien“, sagen sie zu
ihm. – Und gerade das versuchen die radikalen Hindus zu verhindern.
Viele Adivasi werden selbstbewusster - Ergebnis der Arbeit von Fr. Peter und seinen Jesuitenfreunden Fr. Peter berichtet von einem großen Adivasi(Ureinwohner)treffen in
Bhiloda, wo er seinen vorläufigen Wohnsitz hat. Dort kamen am Welttag der Ureinwohner (9.August) über dreitausend Adivasi, Männer und Frauen zusammen, um mit ihren örtlichen Führern für ihre Interessen zu
demonstrieren. „Es regnete immer wieder in Strömen, aber das dämpfte die Aufmerksamkeit und das Interesse an den Ausführungen der
Adivasiführer nicht“, schreibt Fr. Peter. Anschließend wurde alle mit einer guten Mahlzeit von den Jesuiten versorgt. Die Adivasi sind auch nach der Unabhängigkeit weiter die Fußabtreter
der indischen Gesellschaft. Im Staat Gujarat, an dessen Nordseite Sabarkantha liegt, wurden seit 1947 etwa 3,8 Millionen Ureinwohner ganz oder teilweise von ihrem angestammten Land vertrieben. Gründe:
Bau von riesigen Staudämmen zur Versorgung der Bauern in den fruchtbaren Ebenen und der Millionenstädte. Aber auch durch Straßenbau und Abbau von Rohstoffen wurden Hunderttausende
heimatlos und landeten in den Armenvierteln der Städte – billige Arbeitskräfte für eine aufstrebende indische Industrie. Entschädigungen
wurden nur zu einem geringen Teil oder gar nicht bezahlt – soweit sich der Verlust der Heimat überhaupt entschädigen lässt.
Vater Arockiaswamy in Meghraj Die ehemalige Missionsstation in Meghraj ist ja inzwischen von den Jesuiten an den Bischof übergeben worden. Vater Arockiaswamy, der
Nachfolger von Fr. Peter, hat die Gemeinde nach dem tragischen Unfall von Vater Prakash übernommen. Mit ihm besteht weiter eine Verbindung. Auch mit der leitenden Schwester der Schwesternstation Schwester
Dolly, die mit ihren Mitschwestern für die Mädchen im Schülerinnenheim, für die Frauengruppen in den Dörfern und für die Betreuung von Kranken sorgt, werden Briefe und E-Mails ausgetauscht.
Es gibt inzwischen mehrere Paten bei uns, die für monatlich 10.-- Euro Unterhalt für einen Jungen im Schülerheim Meghraj geben.
Exzessiver Regen im Gebiet um Meghraj Während der Monsunregen in der Gegend von Poshina reichlich aber gemäßigt fiel, kam es um Meghraj zu schlimmen Starkregenfällen.
Besonders wurde das Dorf Navagam betroffen, wo innerhalb 6 oder 8 Stunden 320 mm Regen fiel – das sind 32cm Wasser innerhalb kurzer Zeit. Dadurch sind böse Verwüstungen entstanden, mehrere
Bauernhäuser brachen zusammen. Auch der von Schülern und Lehrern der Realschule Lahde finanzierte Damm in Navagam wurde wieder stark
beschädigt. Fr. Peter schreibt:“ Er kann repariert werden und erheblich besser aufgebaut werden als vorher. Die Bauern, denen das Feld vor
dem Damm gehört, engagieren sich auch für einen Wiederaufbau. Im Winter will ich die Leute, die damit zu tun haben, zu einem Treffen einladen.“ Mit guten Wünschen für eine gesegnete Adventszeit
Ihre
Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Brief als PDF-Dokument [40kB]
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Sonderseite im Mindener Tageblatt vom 08.09.07
Der Anfang ist geschafft Neues Projekt von Father Peter in Indien / Schüler der Vincke Realschule in Minden spenden Geld
Poshina (mt). Auf ein Neues heißt es für Father Peter D'Souza: Der Organisator des Projekts „Bäume für Sabarkantha - die Brunnen wieder
füllen“ hat nach erfolgreicher Aufbauarbeit in Meghraj nun das nächste Projekt in Angriff genommen. Im kleinen Poshina, im bergigen Norden Sabarkanthas gelegen, wartet die nächste große Aufgabe.
Hier wohnen zehntausende von Ureinwohnern - Adivasi genannt. Diese Menschen leben in abgelegenen Dörfern. Dort herrscht große Armut. Zwar hat die indische Regierung auch hier Grundschulen in den Dörfern
gebaut. Dennoch können die meisten jungen Leute weder lesen noch schreiben. „Von 100 eingeschriebenen Schülern waren nur 30 anwesend, von den
fünf Lehrkräften nur eine Lehrerin“, hat Projektleiter Father Peter bei seinen Besuchen der Schulen beobachtet. Der indische Jesuitenpater
führt dies auf die Tatsache zurück, dass die indischen Lehrer meist aus dem Mittelstand kommen. Sie kennen das dörfliche Leben kaum und
sprechen nicht den örtlichen Dialekt. Daran scheitere ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis, findet Father Peter. Die Jesuiten besitzen seit langem ein Stück Land am Rand Poshinas.
Vor zehn Jahren hätten rechtsradikale Hindus sie daran gehindert, eine Schule und ein Schülerheim dort zu bauen. „Viele Hindus wollen nicht,
dass die in ihrem religiösen Gesellschaftssystem unten stehenden Adivasi gebildet werden. Sie verdienen an ihrer Rückständigkeit“, nennt Father Peter als Grund.
[...] Zum vollständigen Artikel im PDF-Format [218 kB]
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Ende Juni 2007 kam der Monsun nach Sabarkantha
Meghraj, 23. Juni Ein erster guter Schauer von 30 mm kündete das Ende der extrem
heißen Sommerzeit (bis über 40 Grad) an. Jetzt konnte mit den Feldarbeiten zur Aussaat der Hauptfrucht Mais begonnen werden. Die Erddämme, die im letzten Jahr bei extremen Regenfällen durchbrachen,
waren inzwischen geflickt, auch das beschädigte Mauerwerk des Lahde-Dammes wieder repariert.
Meghraj 3. und 4. Juli Wieder übermäßige Regenfälle mit 250 und 80 mm an zwei Tagen hintereinander. E-Mail vom Schwester Dolli vom 14.7.: “In diesem Jahr
war der Monsun wieder zerstörerisch und ich muss Dir leider mitteilen, dass der Navagam (Lahde-) – Damm, dessen Reparatur vor einem
Monat fertig geworden war, wieder gebrochen ist… Ich mache viele Besuche bei den Bauersfrauen, denn viele von ihnen haben ihr Haus verloren, einige Häuser sind zum Teil vom Unwetter zerstört und die
Erde auf Feldern ist weggespült…“
Nachrichten von Poshina, dem neuen Arbeitsplatz unseres Projektpartners Fr. Peter im Nordwesten Sabarkanthas:
Father Peter hat die trockenen und heißen Monate des Jahres dazu benutzt, weitere Besuche in den Dörfern um Poshina herum zu machen.
Er wohnt im zwei Busstunden entfernten Ort Bhiloda, weil es in Poshina außer einem Luxushotel für Euro- und Dollargäste (Schloss des alten Radschas) keine Unterkunftsmöglichkeit gibt.
Brief vom 8. Juli: „Letzte Woche habe ich die Besitzpapiere unseres Grundstücks in Poshina an das Distrikt-Katasteramt gegeben zum
Eintragen der Grenzen. Danach kommt eine andere lang andauernde Verwaltungsprozedur, die Stellen zu markieren, wo Häuser geplant sind. Wie Du weißt, brauchen die Dinge Zeit (besonders in Indien!).
Aber inzwischen geht eine Menge von Kontaktarbeit weiter, um die verschiedenen Dorfleiter für meine Arbeit zu interessieren. Gestern kamen einige von ihnen zu einem Treffen nach Poshina und
versprachen, bei allen Problemen zu helfen, die ich mit rechten Hindu Gruppen bekomme. Mal sehen was daraus wird. Ich weiß nicht, ob ich schon erzählt habe, dass ich 8 Schüler aus
Poshina in unserem Schülerheim in Bhiloda unterbringen konnte. Sie haben sich gut eingewöhnt und sehen nun auch gesünder aus. Ihre Eltern erzählen das anderen Leuten aus den Dörfern um Poshina
weiter; über das, was ihre Kinder dort lernen können, die Ordnung und die gute Lernatmosphäre. So etwas gibt es bisher nicht in Poshina und Umgebung…
Ich denke jetzt, dass ich mich in Poshina doch früher niederlassen kann als ich bisher gedacht habe. Eine Beobachtung: Üblicherweise ist in Sabarkantha die Heiratssaison
Ende Mai vorbei, damit die Leute dann ihre Felder bestellen können. Aber Poshina ist immer noch voller Hochzeiten. Einige dieser Bräute
sind nicht älter als 15/16 Jahre. Zu jung um die Last der Arbeit in der Familie zu tragen…“
E-Mail vom 11.7: “…ich fahre jetzt, um Teak und Mangosetzlinge in Südgujarat für die Leute zu kaufen… Von unserer Baumschule bei
Poshina werden wir (nach Misserfolgen, weil der zuerst verwendete Bambussamen nicht keimte) wenigstens 10.000 Bambuspflanzen bekommen…Bisher ist der Regen (in Poshina) ausgezeichnet
gewesen, es ist die richtige Zeit, Bäumlinge zu setzen.“
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Wie lebt eine Familie in Poshina?
Brief von Pater Peter, 18. Juni 2007
Um eine Vorstellung von den Lebensbedingungen vor Ort zu bekommen, hat Pater Peter zunächst die Beschreibung einer relativ wohlhabenden Familie zugesandt.
Es handelt sich dabei um die Familie Gamar aus dem Dorf Jugrotha, ungefähr 3 km nördlich von Poshina gelegen. Das Foto ist in ihrem Haus
entstanden, wo die verputzten Wände auf bessere Lebensumstände hinweisen.
(Zur Karte vom Distrikt Sabarkantha)
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Die Mutter heißt Laxmiben, der Vater Ibabhai, und neben ihm steht der älteste Sohn Anil, 15 Jahre alt (hinten von links). Dieser hat die Schule
nach der 6. Klasse abgebrochen und macht sich nun bei der Feldarbeit und der Tierversorgung nützlich. Auf dem Arm der Mutter befindet sich
der Jüngste, Mahesh, 11 Monate alt, und er wird wohl nicht das letzte Kind bleiben. Vor dem Vater in der Mitte steht Prakash, 13 Jahre alt (Klasse 4).
In der vorderen Reihe von links sehen wir Sangeeta, 8 Jahre alt und das einzige Mädchen. Sie geht in die Klasse 2. Neben ihr in der Mitte steht
Apil (4 Jahre) und rechts Naresh, 10 Jahre alt, der die Klasse 3 besucht. Während die Mutter vorwiegend im Haus arbeitet, geht ihr Mann seinen Geschäfte in Poshina oder umliegenden Dörfern nach.
Ibabhai Gamar besitzt 2 acres (1 acre entspricht 4047 m2) eigenes Land direkt am Fluss, wo das Wasser leicht zugänglich ist. Selbst in den
heißesten Sommermonaten kann aus dem sandigen Flussbett in 3 bis 4 Metern Tiefe mittels einer Pumpe noch Wasser gefördert werden. Von einem benachbarten Bauern hat er zudem gegen gutes Geld ein
weiteres acre Land erworben, das er bis zur Rückzahlung bewirtschaften kann. Dies besagt viel über den Unternehmergeist dieser Familie.
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Dieser Blick ins Innere des Hauses spiegelt einen gewissen Wohlstand sowie harte Arbeit wider. Die Säcke, Tüten und Schüsseln sind gefüllt
mit Mais, Weizen, Linsen (chanaa), Zwiebeln und Gewürzen wie Knoblauch, die selbst angebaut wurden. Die Kleidung ist zahlreich und von guter Qualität. In dem mit einem blauen Saree bedeckten
Bambuskorb befindet sich die Frucht einer Dattelpalme, die von den Kindern gern gegessen oder gekaut wird.
Der 10-jährige Naresh füttert eine von den 2 Ziegen des Hofes. Diese gehören fast zur Familie, und die Kinder lieben es, mit diesen zu spielen
oder sie zu füttern. Meistens werden sie für gutes Geld verkauft aber niemals selbst geschlachtet. In schlechten Zeiten sind die Tiere für viele
auch eine Art Versicherung, nämlich wenn dringend Geld benötigt wird.
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Die Mutter Laxmiben ist froh, dass sie sich auf die Hilfe ihrer Tochter Sangeeta (8 J.) verlassen kann. Zurück aus der Schule widmet sie sich
den jüngeren Geschwistern. Auf dem Bild wiegt sie Mahesh in seinem Bambuskorb, dahinter Apil, der sich meist hinter seiner Schwester scheu versteckt.
Im Gegensatz zu den Hindus sind die Adivasi glücklich bei der Geburt eines Mädchens, weil diese, so ungebildet oder jung auch immer, eine
wichtige Rolle in der Bewältigung des Haushalts spielen. Zur Hochzeit muss der angehende Ehemann der Familie eine Mitgift zahlen - dieses
auch im Gegensatz zur Hindugesellschaft, in der Kindestötung von Mädchen, Abtreibung von ungeborenen Mädchen, Verbrennung von
Bräuten und Diskriminierung von Frauen noch weit verbreitet ist. Letzteres hat zu einem besorgniserregenden Missverhältnis in der
Proportion männlicher zu weiblicher Einwohner geführt: so kommen in Teilen Gujarats manchmal nur 780 Frauen auf 1000 Männer.
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Das Bild mit dem toten Büffel ist am 6. Juni 2007 vor Ibabhais Haus aufgenommen worden. Nach tagelangem Todeskampf ist eine von 2
Milchbüffeln verendet, da der Tierarzt seit 5 Tagen nicht erreichbar war. Das Tier war 4 Monate trächtig, der Fötus allerdings abgestorben und
verzweifelte Kontaktversuche zum Veterinär blieben ohne Erfolg. So kam es nach Eintreffen einer Tierarztassistenz nur noch zum
Abschneiden eines Ohrs, das mit einer gelben Marke versehen, zur Versicherungsregulierung dient. Diese Schadensabwicklung kann sich aber über Monate hinziehen, und
Ibabhai wird durch die Verringerung seiner Milchproduktion weitere Einbußen hinnehmen müssen. Der durch die Sonneneinstrahlung aufgedunsene Körper des Büffels
wird bald anfangen zu stinken. Ein 'chamar' oder ein Angehöriger einer geringeren Kaste wird nun noch dem Kadaver die Haut abziehen und
danach, weit entfernt, das Fleisch und die Knochen den Hunden und Geiern überlassen. Nach dem Abfressen werden die Knochen dann
eingesammelt und weiterverkauft. Ein genauer Blick auf die Gesichter der Familie zeigt den großen Kummer. Schließlich werden Kühe und
Büffel auf diesem Subkontinent als heilig angesehen, und ihre Milch dient in einem entbehrungsreichen Leben oft als Überlebenshilfe.
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Februar 2007
Hier die letzten Berichte aus Sabarkantha:
Im Sommer gab es eine Zeit lang eine für die Heime der Mädchen und Jungen bedrohliche Zeit (Brief von Moiz Rasiwala -
Studienfreund von E. Wichmann, der damals in Meghraj war): „Es kam in Meghraj kurz nach Father Prakashs Tod zu extremen
Regenfällen und eine gute Woche danach war die Katastrophe da: Straßen unterbrochen, Brücken beschädigt, Häuser und Staudämme
teilweise zerstört. Am Abend des 15. August kam die Nachricht, dass ein großer Staudamm (keiner von den kleinen, die Father Peter gebaut hatte, sondern ein staatlicher Damm) in unserer Nähe brechen könnte
und wir uns gegebenenfalls in Sicherheit bringen müssten. Aber wohin sollte man mit 400 Kindern gehen, und was sollte man mitnehmen?
Glücklicherweise kam es nicht dazu. Aber die Ernten waren vollständig vernichtet (in den Tallagen), und überall wurden Plastikplanen
gebraucht. Unsere Bewegungsfreiheit war stark eingeschränkt. Und dann kam es zu einer Epidemie von „chicoungouniya“, einer
schrecklichen, von Insekten übertragenen Krankheit. Wir haben in aller Eile ärztliche Notstationen in den Dörfern angelegt, denn die
Krankenhäuser waren überfüllt. Spezielle Medikamente gibt es nicht; man konnte nur die Schmerzen lindern und das Fieber senken. Wir
schützten die Kinder, indem wir abends Feuer mit viel Rauch machten. Davon taten die Augen weh, aber es vertrieb die Insekten.“
Father Swamy, der neue Pfarrer von Meghraj schreibt in einem allgemeinen Rundbrief vom 20.12.06: „In unserer Gemeinschaft sind wir drei, einer von uns ist Father Raj, der
Rektor der Schule. Er erzieht und motiviert die Jungen (und Mädchen), im Leben voranzukommen und durch eigene Anstrengung für ihre
Zukunft ein Ziel zu erreichen. Der andere ist Bruder Edward, er organisiert und kümmert sich um alles im Schülerheim. Wir versuchen
das Beste aus jeder Situation zu machen, um den Jungen im Schülerheim und den Leuten in den Dörfern zu helfen. Am 6. Dezember feierten wir den Jahrestag der Schule. Alle
Schulkinder, namentlich die Jungen und Mädchen, die in den Schülerheimen leben, bestritten viele Tagesordnungspunkte wie Sketche, Tänze, Lieder usw. und machten das wirklich gut.
Im Sport sind sie auch wirklich gut und unsere Jungen spielen auf der Zonen- oder Distrikt-Stufe mit und haben auch Preise gewonnen.
Besonders kümmern wir uns auch um ihre Schularbeiten, ihr Vorankommen wird ständig überprüft. Schwachen wird Nachhilfe gegeben. Insgesamt kümmern wir uns um sie.
Die Eltern sehen, wie ihre Kinder so aufwachsen und sind wirklich froh. Sie wissen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind und das verringert
ihre Sorgen und entlastet sie, sich um ihren Lebensunterhalt zu kümmern. Dieses Jahr wurde die Sommerfrucht (hauptsächlich Mais)
völlig durch die Überschwemmungen verdorben, aber weil die Dämme jetzt voll Wasser sind, hoffen sie auf eine gute Winterernte (Weizen, Senf, Ölsaat, Gemüse).
Schließlich möchte ich diesen Brief schließen und meine ehrliche Dankbarkeit aussprechen, dass trotz aller Schwierigkeiten
einschließlich des plötzlichen Todes von Father Prakash … die Pfarrei Meghraj weiter ungehindert lebt. Einer der Gründe dafür ist, dass es
Menschen wie Sie gibt, die uns großzügig unterstützen. Für unsere Gemeinschaft und die Schüler wünsche ich Ihnen ein frohes Christfest und ein fröhliches Neues Jahr.
Ihr Fr. Arockia Swamy “
Schwester Dolly schreibt über die Weihnachtszeit: (17. Dez. an Cornelia Haber): „… Dieses Jahr haben wir freundliche Mädchen, alle machen sich gut
und sind hier vergnügt… Dieses Jahr haben wir einen guten Gemüsegarten hinter den Häusern und die Mädchen kriegen gutes,
frisches Gemüse von dort – so sind sie glücklich. Ich habe hier etwas Dünger (aus Regenwurmhaltung), den benutzen wir und erhalten
dadurch viel Gemüse. Dies Jahr war der Regen reichlich, so haben alle Leute Wasser (in ihren Brunnen). Sie haben Gemüse angebaut und Weizen auf allen ihren Feldern. (Telefonische Information von Fr.
Peter: wegen der fehlenden Winterkälte in diesem Jahr bildet der Weizen wenige Stängel, deshalb ist die Ernteerwartung nicht mehr so gut.)
In einem Brief vom 29. Dezember berichtet Father Peter von einem Besuch an seiner neuen Wirkungsstätte Poshina: „Am 25. Dezember fuhr ich in der Frühe nach Poshina zu einem
großen Treffen von ungefähr 150 Leuten aus den Dörfern in einem abgelegenen Dorf ‚Bedi’, 7 km von Poshina entfernt. Wir haben über
einige Themen ihres Landes gesprochen und über das Recht der Leute, Reis, Kerosin (zum Kochen) und Zucker in den verbilligten
Regierungsläden zu kaufen – das bekommen sie nicht regelmäßig. Das Treffen fand in einer Dorfschule statt. Sie stellten fest, dass von
den 7 Lehrkräften, die alle von außerhalb kommen, gerade 2 oder 3 die meiste Zeit anwesend seien. Die anderen kamen nur, um die
gerade anwesenden abzulösen. Wieder: Sie wünschen besseren Unterricht für ihre Kinder. Weil ich wollte, dass sie untereinander redeten ohne meine Gegenwart,
habe ich sie dann bald alleine gelassen. In den kommenden Wochen werden mehr solcher Treffen organisiert – und später dann kommen
Besuche derselben Leute jeweils in ihren Häusern. Es geht langsam voran – aber zu ihrem Tempo und nach ihrer Zeitvorstellung.“
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Rundbrief November 2006
Der Brief als PDF-Dokument [387 kB]
Schwere Überschwemmungen in der Regenzeit In den Monsunwochen zwischen Juni und September hat es in
Sabarkantha im Norden des indischen Bundesstaates Gujarat immer wieder in Strömen geregnet. Regenmengen von 160 mm und mehr an
zwei Tagen hintereinander ließen die Bäche zu reißenden Flüssen werden, die in den kleinen Tälern jeden vierten bis dritten der in den
letzten 6 Jahren gebauten Erddämme durchbrachen. Der Wasserdruck war so stark, dass sogar der aus Ziegelsteinen gemauerte Damm im
Dorf Bhadwaj völlig zerstört wurde. Die tobenden Wasser transportierten tonnenschwere Mauerstücke viele Meter flussabwärts. Beim von der
Realschule Lahde finanzierten Damm im Dorf Navagam wurde zwar der im Jahr 2003 aufgeschüttete Erddamm neben dem Überlaufwerk
durchbrochen, aber der aus Naturstein gemauerte Überlauf selbst blieb erhalten.
Nach den Regenfluten gebrochener Erddamm
Auch die Kreisstadt Meghraj wurde von den Wassermassen verwüstet. Schwester Dolly, Vorsteherin des kleinen Schwesternkonventes am
Rand der Stadt berichtet in einem E-Mail: „Es war wirklich schrecklich. Am Abend ging ich, den Fluss zu sehen und er hatte eine heftige
Strömung und breitete sich schon bis zur Hauptstraße aus. Innerhalb von zwei Stunden kam das Wasser über die Straße, strömte über die
Brücke und drang in die Stadt ein. Als ich (am nächsten Tag) ging, die Häuser zu sehen und Familien zu besuchen, waren viele Häuser völlig
weggespült, nur einige Balken und die roten Backsteine, die sie als Fußboden benutzten, waren zu sehen.“
Die größten Verwüstungen in den Feldern entstanden da, wo die viele Meter hohen von der Regierung gebauten Erddämme brachen. Schwester Dolly im gleichen E-Mail: „Gerade 4 Kilometer entfernt von
unserem Haus brach ein Damm. Das war schrecklich. Ich beeilte mich, dahin zu kommen und sah, wie das Wasser durch die Felder strömte,
Bäume, Feldfrüchte, elektrische Leitungen und Strommasten mitriss. Es war furchtbar.“
Minden-Damm in Dhandhia – er hielt auch den starken Monsunregen im Jahr 2006 stand
Pater Peter berichtete in einem Telefongespräch, erschüttert nach einem Besuch der Dörfer, dass viele Bauern, die Äcker talabwärts der großen
Dämme besaßen, völlig verzweifelt seien. Durch das reißende Wasser sei nicht nur ihre Ernte vernichtet, sondern auch ihre Äcker verwüstet, die
fruchtbare Erde weggespült oder mit Geröll bedeckt. Ein Glück im Unglück: Viele der Maisfelder der armen Adivasi-Bauern
auf den Talhängen ständen doch zum Teil ganz gut und versprächen, wenn das Wetter sich wieder beruhigt, eine ordentliche Ernte.
Fr. Peter im Juli aus Meghraj verabschiedet – neuer Anfang in Poshina (Sabarkantha)
In einem festlichen Gottesdienst wurde Fr. Peter am 2. Juli von seiner Arbeit in Meghraj verabschiedet. 13 Jahre lang hatte er dort die kleine
Christengemeinde betreut, die Schülerheime für Mädchen und Jungen und die Schule ausgebaut und eine segensreiche Entwicklungsarbeit in den Dörfern der Adivasi in Gang
gebracht. Jetzt will er im äußersten nordwestlichen Zipfel von Sabarkantha eine ähnliche Arbeit von Grund auf neu beginnen. Dort wollen wir seine Arbeit weiter begleiten.
Die Jesuiten, zu denen er seit seinem 14. Lebensjahr gehört, besitzen in der Nähe des kleinen Fleckens Poshina ein 2 Hektar großes Grundstück
. Als diese schon einmal vor 10 Jahren versuchten, dort ein kirchliches Zentrum mit Schule und Schülerheimen zu errichten, wurden sie von in
der Gegend wohnenden radikalen Hindus daran gehindert.
„Komm zu uns und hilf uns“ Inzwischen haben die um Poshina in 42 Dörfern wohnenden
Ureinwohner den Orden dringend gebeten, einen erneuten Versuch zu machen. Sie würden auch die Arbeit der Jesuiten nach bestem
Vermögen vor den aggressiven Hindus schützen. „Die Kinder der Hindus gehen in den großen Städten auf eure kirchlichen Schulen“,
argumentieren sie. „Warum können unsere Kinder nicht auch auf eine Schule von euch gehen?“ Die Bildungssituation der dortigen Adivasi ist
erbärmlich. Nur wenige Kinder gehen auf die zwei Regierungsschulen im Bezirk, und die sind wie viele Schulen in den ländlichen Gebieten Indiens
herzlich schlecht. Die meisten Adivasi der Gegend können weder lesen noch schreiben. Aber ohne Schulabschluss haben die zweiten und dritten Kinder
der armen Adivasi keine Chance in den Städten eine angemessene Arbeit zu finden. Die Bauern im Kreis Poshina besitzen nur winzige Felder. Das meiste
Land dort ist zu steinig und steil, um es zu bewirtschaften. Auch die bebauten Felder haben wenig fruchtbaren Boden und bringen karge
Erträge. Fr. Peter erzählte, dass er viele sehr arme Menschen in den Dörfern gesehen habe. Besonders die Frauen machten einen oft
ungesunden und unterernährten Eindruck. Die Häuser sind noch kleiner und ärmlicher als im Kreis Meghraj. Viel Arbeit warte auf ihn. Er denkt
daran, auch in Poshina mit Baumanpflanzungen und Wasserernte die Ernährungssituation der kleinen Bauern zu verbessern.
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Fr. Peter in Poshina vor „seinem“ Acker
Zuerst ein Haus mit Erdwänden und eine Pumpe Als Erstes will Fr. Peter alle 42 umliegenden Dörfer besuchen und mit
den Leitern der Adivasi Gemeinschaften sprechen. Wenn sie das Unterstützungs- und Schutzangebot erneuern, wird er dann in Poshina
damit beginnen, auf „seinem“ Acker ein Bohrloch für eine Pumpe bohren zu lassen und ein kleines Haus mit Erdwänden für sich zu bauen. Als
Nächstes denkt er an einen kleinen Anbau, in dem er Kinder aufnehmen kann, die er verpflegt, betreut und auf die nahe Regierungsschule schickt
. Dort wird er dann durch Nachfrage und Besuche versuchen dafür zu sorgen, dass der Unterricht regelmäßiger und besser erteilt wird – bis er
schließlich mit einer eigenen kleinen Schule beginnen kann. Und später könnte ein kleines Haus für Schwestern dazukommen, die sich um die
Mädchen und um die Gründung von Mahila Mandal (Frauenhilfen) in den Dörfern kümmern. Aber das ist Zukunftsmusik!
Fr. Peter freut sich auf den Neuanfang und meint, dass in ihm auch noch mit 56 Jahren viel an Abenteuerlust und Pioniergeist stecke.
Letzte Nachricht zu der neuen Arbeit in Poshina: E-Mail vom 9.11.06: „Gestern habe ich an Dich geschrieben.
Regelmäßig besuche ich Poshina trotz eines Zeitungsartikels, der die Leute aufhetzt gegen das Hineinkommen von Missionaren in dieses
Gebiet. Ich hoffe immer noch, dass sich die feindselige Atmosphäre verflüchtigt, sobald sie unsere Arbeit kennen lernen und die Vorteile,
die sich daraus für sie ergeben.“ Sobald der Brief aus Poshina ankommt (das kann lange dauern), werde ich seinen Inhalt in www.baeume-minden.de veröffentlichen.
Fr. Peter: Besuch in Wien und in Minden – Fr. Swami neuer Pfarrer von Meghraj
Im September war Fr. Peter nach seinem Besuch bei einer Kirchengemeinde in Wien für ein paar Tage in Minden, hat zwei Schulen
und einen Gemeindekreis besucht und viel von der letzten Zeit in Meghraj und seinen Bemühungen um einen neuen Anfang in Poshina erzählt.
Er erzählte auch vom tragischen Tod des im Juli neu eingeführten Gemeindepfarrers in Meghraj Fr. Prakash: Er kam bei einer Verfolgung
von Alkoholschmugglern auf dem Highway ums Leben, zu der ihn zwei Polizisten mehr oder weniger gezwungen hatten.
Er war 46 Jahre alt. Der Bischof hatte große Schwierigkeiten, die Pfarrstelle Meghraj neu zu besetzen, weil er zwar eine Menge junger
Priester, aber keine erfahrenen älteren Pfarrer hatte. Schließlich konnte Fr. Swami aus der Nachbarpfarrei Nana Kantharia, der sich gegen eine
Versetzung sehr gewehrt hatte, gewonnen werden. Fr. Peter ist froh darüber. Er kennt und schätzt ihn sehr – und Fr. Swami engagiert sich
auch in Entwicklungsarbeit, kann also diese Arbeiten im Gebiet um Meghraj fortsetzen. Inzwischen ist Fr. Peter wieder in Sabarkantha und
besucht „seine“ 42 Dörfer um Poshina, um den Beginn seiner Arbeit dort in die Wege zu leiten.
Letzte Information aus Meghraj von Schwester Dolly, der Leiterin der kleinen Schwesterngemeinschaft: Meghraj 1.11.06: Ich bin im Moment damit beschäftigt, Saatweizen und
Dünger an die Frauen zu verteilen. Ich kann das nur für 100 Frauen tun, weil ich dafür kein Extrageld besitze. Ein bisschen hatte ich und gab
es dafür. Noch viel mehr Frauen kommen und bitten, aber ich kann es ihnen jetzt nicht geben. Weil in diesem Jahr der Monsun gut war,
haben alle Wasser in ihren Brunnen, deshalb können sie Winterweizen (der bewässert werden muss) anbauen, deshalb half ich einigen von ihnen mit Saatgut.
Im Dorf Dhandia bauen die Mahila Mandal Frauen ein Gemeinschaftshaus. Das Land gehört dem Dorf. Die Frauen haben 24
.000 Rupien vom CRS (Catholic Relief Servive) erhalten, weil ich ein Zweijahresprojekt mit ihnen durchgeführt hatte. Die Gesamtkosten von
ca. 46.000 schließen eine örtliche Zuteilung in der Form von Arbeitleistungen, Lehm, Steinen und Bauholz ein. Das wird von der örtlichen Mahila Mandal geleistet.
Vor dem Monsun haben wir den Frauen Gemüsesaatgut gegeben, das war eine gute Hilfe für sie. Alle ernteten eine Menge Gemüse, sie
konnten auch verkaufen und Geld für ihre Familie verdienen. Wir Schwestern haben auch einen Gemüsegarten angelegt und haben
Gemüse für unsere Mädchen im Schülerheim geerntet. Heute haben wir einen Kübel voll Ladyfinger (Okra) gepflückt.“
Zum Abschluss noch eine Geschichte, die Fr. Peter erzählt hat: Fr. Peter musste zum Bahnhof nach Ahmedabad fahren, um jemanden
zum Zug zu bringen. Am Bahnhof gibt es für Anlieferungsfahrten eine weite Einbahnverkehrschleife. Es war noch sehr früh, deshalb praktisch
kein Verkehr, Fr. Peter fährt deshalb gegen die Regel auf dem kürzeren Weg zurück. Da halten ihn zwei Polizisten an und verlangen 200 Rupien
Strafgeld. Fr. Peter redet mit ihnen und wehrt sich. „Ich sehe ein, dass ich so nicht fahren durfte, aber 200 Rupien sind zu viel. Ich zahle 50
Rupien“, argumentiert er und gibt einem der Polizisten 50 Rupien. Der nimmt sie, will aber mehr. – Dazu muss man wissen, dass viele
Polizisten in Indien gerne hohe Strafgelder fordern, weil sie oft mindestens einen Teil des Geldes in die eigene Tasche stecken. –
Inzwischen ist der zweite Polizist weggegangen. Fr. Peter und der eine Polizist, mit den 50 Rupien in der Hand, handeln weiter. Dann kommt der
andere wieder und bringt drei Tassen Tee. Der erste gibt Fr. Peter die 50 Euro wieder und sagt: Vater, wir wollten sie nur aufhalten, um mit
ihnen eine Tasse Tee zu trinken. Sie haben doch meinem Verwandten in dem und dem Dorf im Kreis Meghraj geholfen. Dafür wollte ich danken. –
Als Fr. Peter diese Geschichte erzählte merkte man, wie er sich immer noch an der Begebenheit freute. Das war wie eine Belohnung für seine
lange und oft mühsame Arbeit für die Menschen in Sabarkantha.
Dankeschön für die bisherigen Gaben des Jahres 2006 Am 7.4. haben wir 10.000 Euro nach Meghraj überwiesen. Was von dem
Geld noch da ist, wird dann von Fr. Swami für Entwicklungsarbeiten in Meghraj verwandt. Am 30.10 betrug unser Kontostand in Minden 3.815,12 Euro. Das Geld wird nach dem Abzug von 960,00 Euro für
laufende Patenschaften im Schülerheim Meghraj Fr. Peter für seinen Neuanfang in Poshina zur Verfügung stehen.
Dort will er auf Bitten von Adivasi-Führern bald Wasserernte - und Baumanpflanzarbeiten in Gang bringen. Er glaubt, dass das für ihn in
den kommenden Monaten ein guter Start sein wird. Sobald etwas kommt, wird es unter www.baeume-minden.de veröffentlicht.
Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Brief als PDF-Dokument [387 kB]
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Gujarat ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von ca. 200.000 km² und ca. 50 Millionen Einwohnern (Stand 2001).
 
Hauptstadt des Staates ist Gandhi Nagar, die wirtschaftlich bedeutendste Stadt ist Ahmedabad [aus: Wikipedia Frühjahr 2005, S.
183184]. Poshina im Bundesstaat Gujarat liegt ca. 200 km nördlich von Ahmedabad und ist ein bekanntes religiöses Ziel - ungefähr 50 km entfernt von Abu.
Poshina liegt im nördlichsten Zipfel des Distrikts Sabarkantha im Bundesstaat Gujarat an der Grenze zu Rajasthan.
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Während seines Europaaufenthaltes im September 2006 hat Fr. Peter auch Minden besucht. Er berichtete über die Vorbereitungen für den
Neuanfang in Poshina sowie über die aktuelle Situation in Meghraj.
Fr. Peter mit Ehrhardt Wichmann und Cornelia Haber am 19.9.06 in Minden.
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Rundbrief Juni 2006
Neuer Anfang in Poshina
Am 2. Juli ist Fr. Peter in einer großen Feier mit dem Bischof und vielen Nachbarpriestern, vor allem aber mit vielen Bauersfrauen und Bauern
aus dem ganzen Kreis Meghraj verabschiedet worden: (Brief 29. Juni) „Zu Beginn der Messe werden wir den neuen Gemeindepfarrer
willkommen heißen, auch die Ehrengäste. Zur Zeit der Darbietung werden wir den Schlüssel der Anlage in einem symbolischen Akt dem
Bischof und seinen neuen Priestern übergeben, auch einen Topf mit einem kleinen Mangobaum an den Gemeindepriester. Am Ende der
Messe will ich mich von den Leuten verabschieden. Danach essen wir alle gemeinsam, ein „Experte“ wird es zusammen mit den Leuten aus
der Küche – Kanabhai (der Koch) und Martiben – zubereiten.“
Rückblick Peter war seit dem 15. Mai 1993 dort und hat in den 13 Jahren viel
bewirkt: In den Dörfern wurden Frauengruppen gegründet, die langsam zum Motor für die Entwicklung der Dörfer um Meghraj wurden. Mit ihrer
und der Männer Hilfe wurden kleine Baumschulen angelegt und in der Zeit weit über eine Million Bäume gepflanzt, Eukalyptus zuerst und dann
zunehmend einheimische Arten wie Babul und Tamarind und andere fruchttragende Bäume. Dazu kamen später jährlich je hunderttausend
Teak- Bäumlinge, die im Süden Gujarats gekauft wurden. Als dann in den Jahren um 2000 viele der neu gepflanzten Bäume
vertrockneten, weil der Monsun immer unregelmäßiger wurde, begann Fr. Peter mit dem Projekt der Wasserernte: Kleine Erdämme und
Konturgräben sollten das Wasser des Sommerregens festhalten und versickern lassen. Die Bauern waren begeistert von den Ergebnissen.
Brunnen, die im Sommer vertrockneten, hielten das Wasser bis zur neuen Regenzeit, im Monsun selber hatten viele einen Wasserspiegel
bis ein/zwei Meter unter der Erdoberfläche. Das hatte es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. So verwundert es nicht, dass sie ihm
„die Bude einrannten“, um am Dammprojekt teilnehmen zu können. Hunderte von kleinen Erddämmen und vier Dämme aus Ziegel- bzw.
Bruchsteinen konnten gebaut werden: Diese Arbeiten wurden zu einem guten Teil aus den Geldern von „Bäume für Sabarkantha – die Brunnen
wieder füllen“ – rund 120.000 Euro in 15 Jahren - finanziert. Dazu kamen erste Versuche mit einem auf die Bodenzusammensetzung
abgestimmten Kompost, die einen vorzüglichen Dünger ergaben und es so den Bauern möglich machte, ohne teuren Mineraldünger zu wirtschaften.
Bei all diesen Entwicklungsarbeiten ging es auch darum, das Selbstbewusstsein der Adivasi Frauen und Männer zu stärken und sie
aus der wirtschaftlichen und kulturellen Abhängigkeit der herrschenden Hindu- Kasten zu lösen. Diese Arbeiten leistete Fr. Peter als Pfarrer der katholischen Gemeinde
Meghraj, zu der etwa 80 Familien gehören. Gottesdienste in Meghraj und in Bauernhäusern auf den Dörfern, Gemeindebesuche – immer zusammen mit den der Pfarrei
zugeordneten Schwestern – und festliche Zusammenkünfte gehörten ebenso dazu wie die Organisation der großen Schule und der
Schülerheime für Mädchen und Jungen. Bauen gehörte zu seinen Aufgaben und Finanzverwaltung und Abrechnung.
Weiterarbeit in Poshina in der Nähe des Mt. Abu, einem Bergmassiv von über 1000m Höhe an der Grenze zu Rajasthan
Inzwischen ist alles einem Gemeindepfarrer übergeben und Fr. Peter kann an seine neue Aufgabe gehen: eine Gemeinde, Schule und
Entwicklungsarbeit in Poshina in der Nähe des Mt. Abu aufzubauen. Er schreibt am 7. Juni: „Fr. Maxim macht sich bereit nach Südgujarat zu
fahren, um die Teakbäumlinge zu holen, ehe der Monsun (mit seinen starken Regenfällen) beginnt. Wir planen etwa 30.000 Bäumlinge zu
nehmen, nicht mehr. Wir geben sie den Mahila Mandal (Frauenkreis) Mitgliedern, die wirklich interessiert sind und sie sorgfältig pflanzen.
Daneben werden wir veredelte Mango- Bäumlinge verteilen, unterschiedliche Sorten – gerade ein paar je Frauengruppe. Ich habe
auch veranlasst, 10.000 Bäumlinge (Teak und andere) nach Poshina zu schicken, mal probieren. Die Adivasi (Ureinwohner) dort warten sehr
darauf, dass ich komme und mit der Arbeit anfange. Das ist gut zu wissen – ehe die Hindu Fundamentalisten von „draußen“ ins Bild
kommen. Bei meinem letzten Treffen in Poshina sagten mir die Leiter der Stammesgruppen sehr direkt: „Wenn Kinder aus hohen Kasten in
der Stadt in Missionsschulen gehen dürfen, warum dann nicht unsere Kinder in deiner (geplanten) Missionsschule hier.“
Bis das alles so weit ist, wird Fr. Peter bei seinen Jesuitenfreunden in Bhiloda wohnen – etwa 75km von Poshina entfernt (wenn ich den Ort auf
meinem PC-Atlas richtig identifiziert habe). Von dort kann er dann immer wieder an seine neue Wirkungsstätte fahren und die nötigen Vorbereitungsarbeiten überwachen.
Poshina – ein Zentrum für Adivasi Poshina ist, wie ich aus dem Internet erforscht habe, ein kleiner Ort, nicht
sehr weit entfernt von der großen Straße Ahmedabad – Jodhpur. Der Flecken ist ein Zentrum für die Adivasi der ganzen Umgebung. Einmal
im Jahr findet hier ein großer Markt mit zehntausenden Teilnehmern der Adivasi statt. Schon einmal vor ca. 10 Jahren hatten die Jesuiten
versucht, hier ein Zentrum mit einer Schule aufzubauen, wurden aber von – nicht am Ort wohnenden – radikalen Hindus daran gehindert. Jetzt hat
Fr. Peter die Zusicherung der Bürgermeister der umliegenden Dörfer, dass sie bereit sind, das Zentrum mit ihren Leuten vor den Hindus zu
schützen. Sie haben großes Interesse an Entwicklungsarbeit und einer guten Schule für ihre Kinder. Was diese Zusicherung tatsächlich
bedeutet, wird die Zukunft zeigen. Fr. Peter geht durchaus mit gemischten Gefühlen nach Poshina, er hat ja selber in Meghraj erleben
müssen, wie gefährlich von den radikalen Hindus inszenierte Aufmärsche werden können.
Eine traurige Nachricht: Etwa vor einer Woche hat es wahre Sturzfluten von Regen im Kreis
Meghraj gegeben (120 mm an einem einzigen Tag). Als Folge des mächtigen Stroms, der sich durch das enge felsige Tal in Bhadwaj
ergoss, ist der Ruth Damm unterspült und gebrochen. Der Damm wurde im Jahr 2003 aus Klinkersteinen gebaut. Fr. Peter ist sehr traurig über
die Zerstörung der monatelangen Arbeiten und macht sich Vorwürfe, damals nicht einen Wasserbauingenieur für die Fundierung des
Bauwerkes zugezogen zu haben, wie er es dann bei der Vorbereitung des Lahde-Dammes in Navagam im Jahr 2004 getan hat.
Nachfolger von Fr. Peter: Fr. Prakash Über seinen Nachfolger, den Gemeindepfarrer Fr. Prakash schreibt er am 27.Juli in einem Email: „Ich sprach über Eure Hilfe für Projekte in
Sabarkantha mit dem neuen Gemeindepfarrer Fr. Prakash. Was er äußerte, klang bisher noch nicht sehr entschlossen. Ich werde dir
später mitteilen (was herauskommt). Er erzählte mir, dass er ein kaputtes Knie habe, das seine Beweglichkeit in dem hügligen Gelände
einschränke. (an viele Stellen ist auch mit dem Jeep nicht heran zu kommen). Ich habe ihm sehr zugesprochen, sich aktiv auf die armen
Adivasi Leute zuzubewegen. Mal sehen, wie es weitergeht.“ Ich denke, wir werden bald selber an den neuen Gemeindepfarrer schreiben.
Überweisung nach Meghraj Am 7. April konnten wir 10.000 Euro gesammelter Gelder nach Meghraj
überweisen. Damit sind die Aufforstungsarbeiten der jetzigen Monsunzeit finanziert. Wir wollten dieses Geld noch nicht Fr. Peter für
seine neue Arbeit in Poshina zur Verfügung stellen, weil es ja im Blick auf Meghraj zusammengekommen war.
Inzwischen haben sich wieder ca. 1.800 Euro auf dem Konto des Kreiskirchenamtes Minden angesammelt. Dieses Geld wollen wir
zusammen mit zukünftigen Spenden Fr. Peter für seine Arbeit in Poshina geben – sobald sich die Situation dort geklärt hat und er darum bittet.
Übrigens wird er im September im Rahmen eines Besuches bei einer Unterstützergruppe in Wien auch zu einem Kurzbesuch nach Minden
kommen. Da können wir ihn gründlich zu seiner neuen Arbeit interviewen. Davon schreiben wir dann im Internet und im nächsten Rundbrief.
Mit herzlichem Dank für alle bisherige Unterstützung! Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Rundbrief als PDF-Dokument Rundbrief0606.pdf [118 kB]
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Letzte Meldung: 10. Mai 2006
Verabschiedung Fr. Peter aus der Arbeit in Meghraj
Fr. Peter wird am Sonntag, dem 2. Juli in Meghraj aus seiner Arbeit dort verabschiedet. Welcher Gemeindepfarrer sein Nachfolger wird, ist noch
nicht bekannt. Fr. Peter wird nach Poshina, Nordwestlich von Meghraj, in der Nähe des Mont Abu, des höchsten Berges von Nord Gujarat an der Grenze zu Rajasthan gehen.
Poshina ist ein zentraler Ort für die in der umgegend wohnenden Adivasi. Der Bürgermeister von Poshina hat Fr. Peter gebeten, zu ihnen zu
kommen, sie brauchten drÃngend eine gute Schule für die Kinder der Adivasi und möchten auch gerne anfangen, Bäume zu ziehen und zu pflanzen.
Schon vor 8 Jahren wollten die Jesuiten eine Arbeit in diesem Ort beginnen und eine Schule gründen, wurden aber durch Aktivitäten
radikaler Hindus davon abgeschreckt. Jetzt will der Bürgermeister von Poshina mit den Bürgermeistern der umliegenden Dörfer sprechen,
damit sie gemeinsam die Arbeit der Jesuiten in Poshina vor Angriffen von radikalen Hindus schützen. Sie hätten eingesehen, dass die
Radikalen sich in keiner Weise für die Adivasi einsetzen.
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Brief Sr. Dolly Sa. 29. April 2006
Hier ist der Wurm drin!? (Siehe Brief vom 19.11.05 „Meine Wurmkulturen müssen erst noch ‚Wurzeln schlagen”)
…es ist jetzt sehr heiß und wir hoffen, dass wir einen frühen und ergiebigen Monsun haben.
Gerade vor zwei Tagen habe ich Regenwürmer bekommen und habe 4 Kisten (- ? - lanes) mit Würmern bestückt. Wir werden also bald ersten
(Regenwurm-) Dünger haben. Ich wollte schon lange mit der Wurmkultur beginnen. Jetzt habe ich einen Anfang und hoffe auf Erfolg. Sobald die
Würmer sich vermehrt haben, will ich sie an all die Frauen aus meiner Gruppe verteilen ...
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Bericht 28. April 2006
4.000 und 10.000 Euro überwiesen
Während wir in Deutschland und über den Frühling freuen, hat in Sabarkantha die heiße Jahreszeit längst angefangen. Die Temperaturen
steigen unter dem klaren Himmel auf 30 bis 35 Grad, später im Mai kann das Thermometer sogar über 40 Grad anzeigen.
Trotzdem sind viele Männer und Frauen tagtäglich an der Arbeit. Sie bauen neue Erddämme, um möglichst viel vom Mitte Juni erwarteten
Sommerregen aufzufangen. Das Geld für diese schweißtreibende Arbeit in heißer Sonne kommt aus Minden.
Ehrhardt Wichmann, Koordinator der Aktion "Bäume für Sabarkantha -
die Brunnen wieder füllen" konnte 14.000 Euro von Einzelpersonen, Gruppen und Schulklassen überweisen, die in den vergangenen
Monaten zusammengelegt wurden. Von dem Geld können ungefähr Zehntausend Tagelöhne an die Familien der kleinen Bauern um Meghraj
ausgezahlt werden, ein notwendiges zusätzliches Einkommen zu den kargen Ernten, die die Familien ihren kleinen Ackerflächen abringen.
Was ein Bauer erntet So muss zum Beispiel der Bauer Bhagora Pana Kala aus dem kleinen
Dorf Pandwala an der Grenze zu Rajasthan mit seiner Familie von dreieinhalb Morgen Anbaufläche leben. Auf einem Morgen hat er im
Jahre 2005 bei 50 kg. Saatgut 485 kg Weizen geerntet. Auf einem halben Morgen ergaben 500 gr. Senfsaat 150 kg Senfkörner für das beliebte scharfe Senföl.
Schließlich hat er einen Morgen mit Rizinus besät und 600 kg geerntet. Die Rizinussamen kann er verkaufen, aus ihnen wird Industrieöl
hergestellt. Auf den letzten Morgen hat er 5 kg. Hülsenfrucht gesät und 80 kg dieser wichtigen eiweißhaltigen Nahrung geerntet. Dazu kommt noch
die in 2005 nicht besonders gut ausgefallene Haupternte mit Mais. Für uns hier in Deutschland ist es unvorstellbar, dass eine Familie das ganze
Jahr von solchen Erträgen leben kann!
Dabei geht es diesem Bauern vergleichsweise gut, denn er besitzt einen Brunnen, der durch Dammbauten im Winter genug Wasser zur Feld-
Bewässerung hat. Nur deshalb kann er diese Mengen von Weizen, Hülsenfrüchten Senf und sogar Rizinus ernten.
Ohne die durch das Geld aus Minden finanzierten Dämme reichte das Wasser im Brunnen vielleicht nur für die Bewässerung von einen halben Morgen Weizen.
Die Kinder haben Sommerferien Die Kinder vieler dieser Bauern gehen auf die gute Schule von Fr. Peter
in Meghraj. Sie leben im Schülerheim. Von ihnen schreibt Fr. Peter (Brief vom 5.4.06): "Die Kinder sind im Moment fleißig beim Lernen für ihre
Examen. Sie werden nach Ostern nach Hause (in die zweimonatigen Sommerferien) gehen. Sie gehen nach Hause in ein hartes Leben, ohne
den Luxus von drei Mahlzeiten, luxuriöse Waschmöglichkeit (Im Schülerheim: Wasserhähne im Freien) und jeden Tag ein gutes Leben
im Schülerheim. Nun müssen sie bei brennender Hitze täglich ihre wenigen Ziegen, Kühe und Büffel hüten. Manche Kinder würden lieber
hier bleiben, um solcher Mühe zu entgehen. Aber wir möchten, dass sie nicht verlernen, unter welchen Bedingungen ihre Familien zuhause leben."
Mittagessen in Meghraj neben dem Schülerheim (12/2001)
Weizen für das Schülerheim Der Mitarbeiter von Fr. Peter, Fr. Maxim kann bei seinen Fahrten in die
Dörfer, um zum Beispiel Wassererntearbeiten zu begleiten, von der reichlichen Weizenernte Korn für das Schülerheim kaufen. Er hat schon 6
.000 kg zusammenbekommen. Kurz nach der Weizenernte ist der Weizen in den Dörfern am billigsten. Fr. Peter: "Er nimmt etwa
400 kg bei jeder Fahrt im Jeep mit. Die Ernte war gut. Die Bauern verkaufen den Weizen für 155 Rupien (ca. 2 Tagelöhne) für 20 kg.
Viele Bauern haben zwischen 2.000 bis 8.000 kg Weizen geerntet. Die allerdings, die (aus Ermangelung eines Brunnens mit genügend
Wasser) Wasser zur Bewässerung von Nachbarn kaufen mussten, müssen sich mit vielleicht nur 600 kg durchschlagen. Bewässerung macht einen solchen Unterschied!
Zusätzlich sind wir dabei, alte Handpumpen, für Trinkwasser in den Dörfern, zu überholen und zu reparieren. Dies Jahr werden wir keinen
großen Damm mit Steinen und Zement bauen. Jedenfalls jetzt nicht. Aber im Oktober beginnen wir vielleicht mit zwei großen Dämmen. Wir werden sehen."
Abschied am 2. Juli Am 2. Juli wird Fr. Peter Abschied von Meghraj nehmen. Er will noch
einmal eine neue Arbeit weiter im Nordwesten in der Nähe des Mt. Abu beginnen. Am ersten Mai wird er in das Dorf fahren, das er sich
ausgesucht hat und mit den Dorfbewohnern verhandeln, ob sie ihn willkommen heißen wollen.
Was sein Weggang für "Bäume für Sabarkantha" bedeuten wird, ist noch nicht absehbar. Es hängt alles davon ab, ob der Nachfolger von Fr.
Peter auch an Kontakt und Zusammenarbeit mit der Aktion interessiert ist. Bisher hat der Bischof von Gandhinagar noch nicht endgültig
entschieden, welcher Gemeindepfarrer nach Meghraj gehen wird. Darauf hat Fr. Peter als Jesuit und "Pionierarbeiter" keinen Einfluss.
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E-Mail vom 14. April 2006 von Schwester Dolly
Schwester Dolly (Vorsteherin der Schwesterngemeinschaft von Meghraj) berichtet über ihre Arbeit:
..."I have been very busy these past few months. I have had many
activities with the women and the children. Now I have 32 women groups and 60 leaders and so every month I have two trainings for the leaders in
two different groups, one for the ones who are just beginning and one for the ones who are a little advanced and who have joined in the groups
some time ago. I have fixed 10 trainings with a man in Ahmedabad who comes every month and gives the classes.
I have to visit the villages because the groups are increasing and now they have been able to do many things in the villages, a lot of change in
the women. I have two young girls now working for me and they manage everything. The women have begun to take up issues in the villages and
are raising their voices, I have had some cases in the villages where the women have got together and have proved their power and unity and I feel happy about it.
In the boarding too the children have been with many things. This year with the help of some money from a person I made a nice play park and
so the small children are very happy because when they come from school they run there to play. I took the bigger class girls for a picnic to
the South of Gujarat, it was a one day and two night outing and they had a very good time and then the smaller girls we took to a beautiful place
that is close here, it is a garden and with many things to see and play and the biggest excitement was the boating, they had never seen a boat
in their life and so we gave them a ride on the boat, Oh they were so happy, I will send u some pictures of the outing. Our girls are very happy with it.
Now we are already preparing to get the teak wood saplings to plant and this time I will give to each of the women leaders also mango saplings to
grow. Recently I gave 100 women vegetable seeds and all of them planted it and they now have vegetables in their own little garden, we too
put a lot of vegetables this year in our garden and we gave the children fresh vegetable every day, and the tomatoes were so much that we use
to collect 3 to 4 tubs every day, we put about 4 types of vegetables, thanks to the check dam that we made near our well we have had water
in the well all through the year, and we have been managing with it. This year if the rains are good we will put more vegetables and also a lot of
potato since we use that in all the food. I am writing a project because I am looking for funds to renovate the
garage and use it as a hall for the meetings and trainings of the women. If you remember we had a place where we use to keep our jeep, that
same place. I was busy getting the estimate from the engineer and now I will prepare the project and try to send it to some places. I need a hall for
the women so that if they need to remain for the night there will be no problem."
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Dezember 2005
Ehrhardt Wichmann / Weihnachtsrundbrief
Liebe Freundinnen und Freunde von „Bäume für Sabarkantha“
Wir wollen den Rundbrief beginnen mit dem, was uns Fr. Maxim, Mitarbeiter von Fr. Peter, über den Bauern Jivabhai aus dem Dorf Panchal
berichtet hat:
„Jivabhai ist Bauer im Dorf Panchal, Kreis Meghraj. Er lebt zusammen
mit seiner Frau und seiner verheirateten Tochter Taraben, deren Mann aber sie und ihre fünf Kinder verlassen hat. Er zahlt keinerlei Unterhalt.
Das Jüngste von Taraben ist über ein Jahr. Wir haben sie jetzt gefragt, ob sie eine Kindergruppe (Kindergarten) aufmachen will, damit sie
wenigstens ein bisschen zum Unterhalt ihrer Familie dazu verdient. Sie macht diese Arbeit gut.
Ihr Vater Jivabhai hat im Vergleich zu
den letzten vier Jahren eine ganz ordentliche Ernte gehabt. Er sagt, er habe ca. 500 kg Mais, 100 kg Hülsenfrüchte und 100kg Reis geerntet, etwa 60% vom Normalen. (Als wir den
Bauern 2003 besuchten, hatte er nach dem außergewöhnlich guten Regen des Sommers auf seinen 4 Ackern Land 900kg Mais, 300 kg Reis und 100 kg
Hülsenfrüchte geerntet.)
Foto rechts: Jivabhai mit einem Enkel
In diesem Jahr sei er glücklich darüber, dass er sich kein Viehfutter zusammen suchen muss. Er hat von seinem Land genug geerntet.
Seine drei Erddämme haben die Monsunzeit unbeschädigt überstanden, sie waren gut gefüllt. Weil der Sommerregen sich über 4
Monate erstreckte, stand ca. 6 Monate lang Wasser hinter den Dämmen. Die Familie hat dieses Jahr 70 Bambusstauden und 20
Teakbäumlinge gepflanzt. Sie freuen sich darüber. Sohn Sandeep, der jetzt 8 Jahre alt ist, geht ins 2. Schuljahr der
Dorfschule in Panchal. Er ist ein durchschnittlicher Schüler. Seine Schwester Anjali ist 9 und geht in die 4. Klasse (wahrscheinlich weiter
bei Fr. Peter in Meghraj). Auch sie ist eine durchschnittliche Schülerin. Die jüngere Schwester heißt Dipika. Sie ist 5 und geht ins erste Schuljahr.
Die nächste ist Sabina, sie geht in den Kindergarten im Elternhaus. Die kleine Ishina ist erst 1 ½ Jahre alt.
Ihr Brunnen (18 m tief, im Dezember 2003 mit fast 5 m Wasser), der bis zum letzten Jahr gut Wasser gab, ist unglücklicherweise eingestürzt
. Es gab dort ein überhängendes Gesteinsstück, das losgebrochen ist und den Brunnen mit Geröll und Erde gefüllt hat. Das ist ein schwerer
Verlust für die Familie, auch für Nachbarn, die dort nun auch kein Wasser mehr holen können. (Wasser für Haushaltszwecke darf bei den
Adivasi normalerweise von Nachbarn kostenlos geholt werden, für Wasser zur Bewässerung müsste bezahlt werden.) Es gibt nun kein (erreichbares) Wasser mehr im Brunnen. (Den Brunnen vom Schutt
räumen zu lassen, übersteigt wahrscheinlich die finanziellen Möglichkeiten der Familie) Den Leuten in den Dörfern geht es gut, sie sind im Moment dabei, die
Weizensaat auszubringen.“ Das war ein Momentbild der Familie aus dem Dorf Panchal.
Im Rückblick war die diesjährige Monsunzeit ein Auf und Ab zwischen
Verzweiflung und Hoffnung. Zuerst begann der Monsun mit sehr guten, wenn auch etwas verspäteten Regenschauern im Juni. Die Felder waren
anfangs so nass, dass die Bauern die Hauptfrucht Mais erst nach einer Wartezeit säen konnten. Die Mitglieder der Frauengruppen hatten
Saatgut und Dünger bekommen. (Brief 4. Juli 05) „All das klingt auf dem Papier wunderbar, aber tatsächlich war es zum Teil ziemlich
schwierig, weil einige ihre Arbeit nicht so gemacht hatten, wie wir es ihnen zeigten und dann noch mehr dafür verlangten als ihnen zustand.
Ein Beispiel: Die Mahila Mandal von Gaivarchardha und Dhandia wollten einen besonders hochwertigen Dünger haben und wiesen den
zurück, den wir bereits gekauft hatten. Darüber hatten wir uns vorher mit anderen Bauern beraten. Als Grund gaben sie an, der Dünger löse
sich nicht schnell genug auf. Der wahre Grund, den wir dann schließlich herausfanden, war irgendetwas anderes. Andere
Frauengruppen haben den Dünger bereits ohne großes Theater genommen. Es sind nur diese beiden Dörfer. Es gab wohl Fehler auf
beiden Seiten und wir müssen daraus lernen.“ Die Saat ging auf – und wartete auf den weiteren Regen. Der blieb aber
lange Wochen aus. Als es endlich wieder regnete, war ein – zum Glück kleinerer – Teil der jungen Maispflanzen vertrocknet.
Die zweite Regenphase brachte reichliche Niederschläge. Brief von Fr. Peter vom 1. August: „Guter Regen hier und damit ein Versprechen auf
eine gute Ernte, wenn die nächsten fünfzehn Tage einen oder zwei gute Regenschauer bringen, wenn die Maiskolben sich bilden. Wir sind
hoffnungsvoll. Über alle Dämme fließt klares, sauberes Wasser. Ich muss das mal wieder fotografieren, aber die Batterie der Kamera ist leer. ..“
Diese Erwartung erfüllte sich nicht. Eine lange Trockenphase machte die Hoffnung auf eine gute Ernte zunichte. Als der Regen nach der zweiten
Septemberwoche noch einmal einsetzte, war ein Teil der Maisstauden vertrocknet. Der Rest hat noch einen gewissen Ertrag gebracht.
Der reichliche Niederschlag allerdings – ca. 200 mm in einer Woche – wird sich auf das Grundwasser und damit auf die Weizenernte im Winter
positiv auswirken, besonders im Bereich von „unseren“ Grundwasser bildenden Dämmen.
Folgende Bäume wurden in der Baumschule von Dhandia gezogen und ausgepflanzt:
13.205 Bambusstauden 3.513 Gooseberry (ein tropischer Beerenbusch)
728 Tamarind (Fruchtbaum) 3.500 verschiedene
Dazu kommen 20.000 Teakbäumlinge, die an die Mahila Mandal Mitglieder verteilt wurden, einige davon gingen auch noch nach
Vijaynagar (der ersten Arbeitsstelle von Fr. Peter). Sie alle haben gut gewurzelt.
Aus dem letzten Brief von Fr. Peter (3.11.05): „Gerade wo ich schreibe
sind die Kinder zu den kurzen Diwali- Ferien nach Hause gegangen und das Gelände sieht etwas verlassen aus. Aber sie werden bald –
Mitte des Monats – zurück sein. Wenn möglich werde ich sie zu Hause besuchen, wenigstens die, die auf meinem Weg liegen, wenn ich zu
den Dörfern zu Wassererntearbeiten oder zur Messe fahre. Ich werde sie tüchtig essen sehen nach der Maisernte. Die Ernten waren nicht so schlecht (wie befürchtet), obwohl uns der
Regen in kritischen Zeiten im Stich ließ. Die Brunnen haben einen guten Wasserstand nach dem noch späten Niederschlag (im September). Das wird sicher beim Anbau des Winterweizens helfen.
Ich sehe die Bäche (noch im November!) noch hier und da Wasser führen – und das ist ein Hoffnungszeichen.“ Auch der Steindamm in
Bhadwaj hatte im November noch viel Wasser.
Über einen neuen Versuch, die Bauersfrauen zur Regenwurmzucht zu begeistern und mit der erzielten fruchtbaren Erde einen kleinen
Gemüsegarten anzulegen, können wir hoffentlich im nächsten Brief berichten. (Vielleicht steht auch bald schon etwas darüber in www.baeume-minden.de. „Meine Wurmkulturen müssen erst noch ‚Wurzeln
schlagen” (Brief: 19.Nov.)
Am 8. Dezember wird die Gemeinde in Meghraj ihr 25 jähriges Bestehen feiern. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für das
Festprogramm mit Tänzen, Vorführungen und Gottesdiensten. Alle Ordensfrauen- und Männer, die einmal in Meghraj gearbeitet haben sind eingeladen.
Dazu kommen die Familien aus den Dörfern im Kreis Meghraj und sicher auch manche ehemalige Schülerinnen und Schüler. In einem
besonderen Schreiben haben wir unsere guten Wünsche für das Leben dieser kleinen Christengemeinde übersandt.
Hiriben Manilal Dama vor der Baumschule in
Dhandia
Die Familie Dama sind tüchtige Bauern, die ihren Unterhalt vor allem durch Gemüseanbau und Verkauf verdienen.
Sie haben seit einigen Jahren einen Bohrbrunnen, der dank des nahen „Minden-Damm“ das ganz Jahr über ausreichend Wasser gibt.
Das Ehepaar hat die Plastiktüten mit Ackererde gefüllt und in Zwölferreihen (mit einem Mittelspalt für das Bewässerungswasser) zu großen Beeten
zusammengestellt. Das von Fr. Peter besorgte Saatgut, Bambus aber unter anderen auch Guava und Tamarind war nur teilweise gut und musste mehrfach nachgesät
werden. Deshalb sind vor allem die Obstssorten (Guava und Tamarind) erst jetzt so groß, dass sie ausgepflanzt werden könnten.
„Aber die Leute aus den Dörfern (Mahila Frauen) sind der Meinung, es ist ein bisschen zu spät im
Jahr zum verpflanzen, denn im Winter wird der Boden trocken. Dagegen haben die (früher gepflanzten) Teakbäumlinge gute Wurzeln bekommen.“ Brief Fr. Peter 19.11.)
Foto rechts: Hiriben Manilal Dama
Die Damas gehören zu den etwa 80 christlichen Familien im Kreis Meghraj. Ich erinnere mich an einen Weihnachtsgottesdienst auf der
Terrasse ihres Hauses. Nach der Messe zeigten sie stolz ihre liebevoll gestaltete Krippenlandschaft am Rand des Hofplatzes mit kleinem
Wasserlauf und frisch aufgegangenem Weizen als Grün.
Allen Freunden und Helfern von „Bäumen für Sabarkantha“ wünschen
wir ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Beginn des neuen Jahres 2006.
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Ende September 2005
Zwischen Hoffnung und Verzweiflung
Die Bauern in Meghraj haben in diesem Jahr ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und Verzweiflung erlebt.
Zuerst begann der Monsun mit sehr guten, wenn auch etwas verspäteten Regenschauern im Juni. Die Bauern konnten ihre Felder mit der
Hauptfrucht Mais bestellen. Die Mitglieder der Frauengruppen hatten Saatgut und Dünger bekommen.
Die Saat ging auf – und wartete auf den weiteren Regen. Der blieb aber
lange Wochen aus. Als es endlich wieder regnete, war ein – zum Glück kleinerer – Teil der jungen Maispflanzen vertrocknet.
Die zweite Regenphase brachte reichliche Niederschläge. Brief von Fr.
Peter vom 1. August: „Guter Regen hier und damit ein Versprechen auf eine gute Ernte, wenn die nächsten fünfzehn Tage einen oder zwei gute
Regenschauer bringen, wenn die Maiskolben sich bilden. Wir sind hoffnungsvoll. Über alle Dämme fließt klares, sauberes Wasser. Ich muss
das mal wieder fotografieren, aber die Batterie der Kamera ist leer. ..“
Die Hoffnung auf rechtzeitige Schauer erfüllte sich nicht. Eine lange
Trockenphase machte die Hoffnung auf eine gute Ernte zunichte. Als der Regen nach der zweiten Septemberwoche noch einmal einsetzte, war
schon etwa die Hälfte der Maisstauden vertrocknet. Der Rest wird noch einen gewissen Ertrag bringen.
Der reichliche Niederschlag allerdings – ca. 200 mm in einer Woche –
wird sich auf das Grundwasser und damit auf die Weizenernte im Winter positiv auswirken, besonders im Bereich von „unseren“ Grundwasser bildenden Dämmen.
Folgende Bäume wurden in der Baumschule von Dhandia herangezogen und ausgepflanzt:
13.205 Bambusstauden 3.513 Gooseberry (ein tropischer Beerenbusch) 728 Tamarind (ein Fruchtbaum) 3500 verschiedene
Dazu kommen 20.000 Teakbäumlinge, die an die Mahila Mandal Mitglieder verteilt wurden.
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Juli 2005
Regen - mal zu viel & mal zu wenig
Nach dem hoffnungsvollen Anfang des Monsun (es hat von Ende Juni bis
zum 3. Juli gute und kräftige Regenfälle in Meghraj gegeben) haben die Niederschläge ganz wieder aufgehört.
Für den Süden Gujarats ist das ein Glück, denn dort hat es 3 - 4 mal
soviel wie üblich geregnet und weite Landstriche überschwemmt. Fr. Peter hat für viele tausend Rupies Kekse als Notverpflegung in den
überschwemmten Süden geschickt.
In Meghraj allerdings ist es wieder heiß geworden, täglich weit über 30
Grad und der gerade aufgehende Mais droht wie im letzten Jahr zu vertrocknen, wenn es nicht in den nächsten Tagen neu zu regnen beginnt.
Fr. Maxim, Mitarbeiter von Fr. Peter, hat eine Abrechnung über die Ausgaben des vergangenen Rechnungsjahres geschickt, die von den
Spendengeldern aus Minden finanziert wurden:
Projekteinnahmen und Ausgaben 2004 [Beträge in Rupien]
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Regen fällt für Sabarkanthas Bäume 13 000 Euro aus Minden für Hilfsprojekte in Indien / Nach Hitzeperiode
folgt Wiederaufforstung 11.07.05 / (mt/sk) Artikel im PDF-Format
Achtung: Artikel, Fotos und sonstige Informationen aus dem MINDENER TAGEBLATT / MT-ONLINE sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Einwilligung der Chefredaktion verwandt werden.
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Juni 2005
Rundbrief, Minden im Juni ’05
Seit dem letzten Brief ist ein halbes Jahr vergangen – herzlichen Dank
für Begleitung und Hilfe für unsere Projektpartner in Sabarkantha. Wir konnten am 5.4. wieder 13.000 Euro nach Indien überweisen, für die
vom Ernteausfall des letzten Jahres betroffenen Bauern eine entscheidende Hilfe.
Hier kommt nun der Bericht über die Situation in den Dörfern um Meghraj und den Stand der Entwicklungsarbeiten.
Wetter Der Sommerregen des vergangenen Jahres war zuerst pünktlich, dann
von einer über vierwöchentlichen Pause unterbrochen und anschließend noch relativ reichlich und lang andauernd – brachte aber beim Anbau der
Hauptfrucht Mais einen Ausfall von ca. 80 %, ein harter Schlag für die Bauern. Die Hoffnung auf den Winterweizen enttäuschte dann auch zum
Teil: (Brief 4.2.05) “Hier hat es praktisch keinen Winter gegeben. Die Bauern sagen, dass das die Weizenernte beeinträchtige“ (Der Weizen
‚bestockt’ nicht, bildet nicht viele Halme an einer Pflanze). Jetzt warten
die Menschen sehnsüchtig auf den Beginn der diesjährigen Regenzeit – bei Temperaturen von oft über 40 Grad! Inzwischen hat der Monsun
Kerala erreicht und wird hoffentlich bald bis nach Sabarkantha vorrücken und dort ausreichenden Regen spenden. Wer Zugang zum Internet hat,
kann das indische Wetter über www.imd.ernet.in abrufen.
Wassererntearbeit – Konturgräben (Brief 4.2.) “Die Wassererntearbeit ist gut in Gang gekommen, meist
durch Mitglieder der Mahila Mandal in unterschiedlichsten Dörfern. Schwester Dolly (Leiterin der dortigen kleinen Schwesternschaft und
mit den Kontakten zu den Frauengruppen in den Dörfern beauftragt) kümmert sich darum. Im Dorf Tamgadh (im Norden des Kreises
Meghraj) neben Pipaliya sind viele Konturgräben angelegt worden.“ Weil durch die ausgefallenen Ernten die Not in den Dörfern groß war,
hatte der Aufruf zur Mitarbeit von Schwester Dolly eine so nicht erwartete Resonanz: (Brief 03.03.05) „In meiner Begeisterung gab ich Schwester
Dolly grünes Licht für die Mitarbeit der Frauengruppen bei der Wassererntearbeit. Ich hatte nicht mit solch großer Resonanz
gerechnet und nun habe ich nicht genug Geld alle vollständig zu bezahlen – obwohl die Frauen das Geld dringend brauchten. Deshalb,
wenn Du was angesammelt hast, dann schicke es Ende März. (Weil dann in Indien das neue Haushaltsjahr beginnt. Eingegangene
ausländische Gelder müssen innerhalb dieses Haushaltsjahres ausgegeben werden, sonst werden sie steuerpflichtig.) Anfang April
habe ich dann dank der vielen Spenden, die sich auf unserem Konto angesammelt hatten, 13.000 Euro nach Indien überwiesen. Pater
Peter war froh und erleichtert, dass er nun die Frauen bezahlen konnte.
Bau von neuen Dämmen Neben dem Anlegen von Konturgräben geht der Bau von neuen Erd- und
auch Steindämmen wie bisher weiter: (Brief 4.2.05) „In Pipaliya entsteht ein großer (gemauerter) Damm. Wir sind bei den Fundamenten. Weil
Wasser im Fundamentgraben steht, braucht es noch Zeit.“ Aber am 7. Mai kann Pater Peter berichten: „Ich komme gerade zurück von
Pipaliya, wo der große Damm entsteht, ähnlich dem Damm in Bhadwaj. Die Arbeit geht gut voran – ohne größere Probleme. Das eine große
Problem, Steine zu bekommen haben wir gelöst, indem wir Steine von den nahe gelegenen Hügeln gesammelt haben. Wasser ist genug zu
kriegen, weil es in der Nähe eine Wasserader gibt. Die Hochzeitssaison hat noch nicht voll begonnen, so sind auch genug
Arbeiter für die Baustelle zu bekommen. Ich hoffe, dass dieses Projekt spätestens Ende Mai fertig ist, vielleicht auch früher. Ein Problem ist
die ständige heiße Sonne und die Hitze, gar nicht gut für meine Haut.“
Und am 20. Mai kann er melden: „Inzwischen nähert sich die Arbeit in
Pipaliya der Vollendung. Ich warte sehr darauf zu sehen, dass Regenwasser den Stauraum füllt. Bis dahin muss ich noch öfters in der
flimmernden Hitze hinfahren, um den Fortschritt der Arbeiten zu begleiten. Zum Glück hat es mit dieser Baustelle nicht zu viele
Kopfschmerzen gegeben, weil die Familie, auf deren Land gebaut wurde, selbst sehr hinterher war. Und sie brauchen auch dringend Geld
für die Hochzeit ihres Sohnes nächstes Wochenende. Ich denke, die Hochzeit wurde geplant, eben weil die Arbeit am Damm für alle vier
Familienmitglieder gutes Geld gebracht hat. Natürlich gibt es noch viele andere Mitarbeiter: Eine Gruppe besorgt das Suchen und
Heranschaffen der Steine, andere brechen die Gruben für die Seitenanschlüsse, weitere helfen den Maurern den Hauptwall von 19
m Länge und 2 m Breite zu bauen. Wie hoch er schließlich wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Die Arbeit an den Konturgräben in
anderen Gebieten geht weiter und uns steht die unangenehme Arbeit bevor, sie in dieser schrecklichen Hitze auszumessen.“

Baumschularbeit: 30.000 Tüten gefüllt
Baumschularbeit: 30.000 Tüten gefüllt (Brief 4.02.05): Wir haben die Baumschule in Dhandia wieder in
Betrieb genommen mit insgesamt 30 000 Tüten, alle schon mit Erde gefüllt und bereit. Aber Samen müssen noch gekauft werden. Wir
wollen einige Sorten Fruchtbäume wie Guava, Granatapfel, Tamarind und Zitronen säen. Das neben den üblichen Teak- Bäumlingen, die wir
in Südgujarat kaufen wollen. Natürlich auch wie bisher Bambus. Ich bin schon zweimal zum Samenladen nach Gandhinagar gefahren, bisher
haben sie nichts. Ich hoffe, es wird nicht zu spät. Wir wollen es noch woanders probieren.
(Brief 21.02.05): „Für die Baumschule in Dhandia habe ich einige Guavasamen bekommen. Dies Jahr will ich Bambus und andere
Obstbaumsamen beim Samenladen in Gandhinagar holen. Wir haben noch Zeit bis zum Monsun Mitte Juni.“ (Brief 20. Mai) „Mit der Arbeit in
Dhandia geht es langsam voran. Die meisten Bambuspflanzen haben die Hitze überstanden. Die anderen, Guava und Tamarind sind ein
Fehlschlag trotz wiederholten Säens. Möglicherweise müssen wir mit der Arbeit in der Baumschule auch während und nach dem
Monsunregen weitermachen um andere Samen von Obstbäumen auszuprobieren. Goosberry haben wir noch, aber nicht gut gewachsen.
Ich werde glücklich sein, wenn ich wenigstens 30.000 gute (35cm hohe) Pflanzen von diesen Sorten, die wir dies Jahr probiert haben,
bekomme. Möglicherweise besorgen wir noch Teakbäumlinge während des Regens. Die Mahila Mandal Mitglieder haben als ihren
Anteil bereits je 50 Pflanzlöcher gegraben und wir gaben ihnen dafür 25 kg Bulgur (gebrochener Weizen) als Anreiz. Wir sollten noch
Dünger und Saatgut für sie besorgen.“
Hochzeitssaison „ausgebrochen“ „Inzwischen läuft die Hochzeitssaison mit Volldampf wie verrückt in
jedem Winkel und an jeder Ecke der Dörfer Meilen rings umher. 1980 sah ich die Gefolge der Bräutigame viele Meilen laufen, um die Braut
einzuholen. Jetzt fahren sie in extra Lastwagen mit dem Gefolge und einem besonderen Jeep für das Brautpaar – und der Jeep wie üblich
gefüllt bis zum Brechen, 15 – 25 Leute mindestens.“
Ein neuer Arbeitsplatz für Pater Peter ab nächstem Jahr
Jesuiten in Indien sind Pionierarbeiter. Sie beginnen eine Arbeit dort, wo es bisher keine stabile christliche Gemeinde gibt: in sozialen
Brennpunkten, Slums, in Adivasigebieten. In Meghraj ist Pater Peter der zweite Jesuit, der dort das katholische Zentrum mit Mädchen- und
Jungenheim, mit Schule und Sozial- /Entwicklungsarbeit gegründet und ausgebaut hat. Der Stützpunkt Meghraj hat sich inzwischen stabilisiert,
der „Jesuitengeneral“ von Gujarat will Meghraj einem Gemeindepfarrer übergeben. Dazu schreibt Pater Peter am 21.02.05: „Der Provincial der
Jesuiten von Gujarat möchte, dass ich woanders hingehe, wenn er die Missionsstelle hier an einen Gemeindepriester übergibt. Ich kann eine
neue Arbeit von Grund auf beginnen, vielleicht im Gebiet um den Mt. Abu herum. (etwa 100km nordöstlich von Meghraj, an der Grenze zu Rajasthan). Ich möchte auch selbst noch einmal mit einer Pionierarbeit
beginnen an einem ganz neuen Fleck nach meiner eigenen Vorstellung. Ich werde volle Freiheit haben zu tun, was ich will. Und es
wird in einem Ureinwohnergebiet sein. Dabei werden meine alten Projekte auch weitergehen. In Meghraj wird weitergeführt, was
begonnen wurde: Die Schule, Schülerheime, Gemeindearbeit und die Projektarbeit. Du musst Dir keine Sorgen machen.“
Pater Maxim, der im Augenblick im Urlaub ist, hat für uns aufgeschrieben
, was eine Bauersfrau ihm zu der Wassererntearbeit erzählt hat:
„Die Frau des Bauern Dineshbhai Bodat Tara, die der Mahila Mandal angehört, sagte:
Jetzt kann ich fünf Wochen lang Geld verdienen, wenn ich 85 Konturgrabenabschnitte aushebe. Ich arbeite von 8 bis 12 Uhr. Weil
die Sonne sehr heiß brennt – es ist sehr heiß geworden mit Temperaturen bis zu 43 Grad – nehme ich meinen Wassertopf mit
zum Trinken und eine Chapatie (Brotfladen) aus Mais. Ich arbeite mit Mani Bhema Kalaswa zusammen. Sie ist meine
Nachbarin und mit mir in der Mahila Mandal. Sie hat schon eine Menge Wassererntearbeiten an ihren Feldern gemacht und arbeitet
jetzt mit mir weiter. Wir hoffen in 1 ½ Monaten mit der Arbeit fertig zu sein. Dann kommt auch die Hochzeitssaison, deshalb müssen wir
schnell machen. Vielleicht arbeiten wir noch ein paar Abende dazu, wenn die Sonne am Untergehen ist. Ich hoffe eine gute Summe Geld
für die Mühe die ich aufwende zu bekommen. Wenn ich dann vielleicht 2200 Rupien verdient habe kaufe ich 40 kg
Weizen. Daneben will ich noch andere Anschaffungen für die Küche machen. Wenn noch etwas überbleibt, kann ich für meine fünf Kinder
ein bisschen Bekleidung kaufen. Ich denke an die Kinder in Deutschland, die mit ihren Freunden zusammen etwas von ihrem Taschengeld abgegeben haben, damit
meine Kinder etwas haben können. Ich weiß, in Deutschland ist es kalt. Wie schwierig muss es sein, dort zu leben. Fr. Peter hat uns davon
erzählt, dass er in der Kälte dort gefroren hat, als er Deutschland zuletzt besucht hat. Ich glaube, er musste doppelte Socken anziehen
und lange Unterhosen und sogar Handschuhe. Er muss lustig ausgesehen haben. Ich denke an die, die uns hier bei der
Wassererntearbeit unterstützt haben. Wir haben nicht nur Geld verdient dadurch, sondern wir werden auch Wasser für unsere trockenen Felder
bekommen nach dem Sommerregen.“
Mit diesen Worten des Dankes schließen wir diesen Brief – und warten
auf die Meldung: „Es hat den ersten guten Schauer gegeben.“ Das wird dann unter: www.Baeume-Minden.de zu lesen sein.
Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Rundbrief als PDF-Dokument Rundbrief0605.pdf [183kB]
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Februar 2005
Brief Fr. Peter / 21.2.05
Es wird langsam Sommer in Meghraj „…In Meghraj fühlen wir wie die warme Sommerluft jetzt von Süden weht…
Baumschule und Wasserernte Für die Baumschule in Dhandia habe ich ein paar Guava-Samen
bekommen. Diese Woche werde ich Bambus und andre Fruchtbaumsamen im Laden von Gandhinagar besorgen. Wir haben noch Zeit (zum Heranziehen der Bäumlinge) bis zum Monsun Mitte Juni.
Der Dammbau in Pipaliya geht voran. Letzte Woche erhielt ich eine Lkw- Ladung Zement. Nur das Wasser im Fundamentgraben verursacht eine Menge Verzögerung.
Die Erddämme kommen auch voran. Und dies Jahr sind die Mahila
Mandal Mitglieder fleißig beim Bau von Konturgräben. Ich will Schwester Dolly noch bitten, dass sie auch die Pflanzlöcher für die Teakbäume, für
Juni schon graben. Inzwischen haben meine zwei Mitarbeiter für den Außendienst Ajit und Maheshbhai einfach zu viel zu tun…“
E-Mail von Fr. Maxim / 9.2.05
Viehfutter fehlt …“Die Leute hier haben dies Jahr ziemliche Probleme weil der Regen in
diesem Teil der Welt nicht zur Zeit kam. Futter für die Rinder ist das größte Problem. Die Leute erwarten eine harte Zeit im nun kommenden
Sommer…“
Brief von Fr. Peter / 4.2.05
Baumschule in Dhandhia Wie Du weißt, haben wir die Baumschule in Dhandia reaktiviert mit 30
.000 Tüten. Alle mit Erde gefüllt und fix und fertig. Aber immer noch müssen die Samen gekauft werden. Ich fuhr zwei Mal nach Gandhinagar (Hauptstadt von Gujarat) zum Samenladen, vergeblich. Ich hoffe, wir
sind nicht zu spät (mit dem Pflanzen). Wir haben die Absicht, einige spezielle Fruchtsorten zu säen wie Guava, Granatäpfel, Tamarind und
Zitronen. All das neben den üblichen Teakbäumlingen, die wir in Südgujarat kaufen wollen. Natürlich werden auch die üblichen Bambusstauden dabei sein.
Wassererntearbeiten kommen in Fahrt Die Wassererntearbeiten sind richtig in Fahrt gekommen. Meist durch die Mahila Mandal (Frauengruppen) in den unterschiedlichsten Dörfern.
Schwester Dolly sorgt dafür. Im Dorf Tamgadh gleich neben Pipaliya sind viele Konturgräben ausgehoben worden. Und in Pipaliya selbst
entsteht ein großer Damm. Wir sind beim Fundament (für den Steindamm/ Überlaufwerk) da ist noch etwas Wasser drinne, das braucht noch Zeit.“
E-Mail von Fr. Peter / 4.2.05
Leute suchen in der Stadt nach Verdienstmöglichkeiten
„Zum Misserfolg der Maisernte: Viele Leute sind tatsächlich auf der Suche nach Arbeit in die Städte gegangen, um etwas Geld für
Lebensmittel zu verdienen...
Wassererntearbeiten Bisher habe ich die Bäume, die die diesjährigen geringen Regenfälle
überlebt haben, nicht zählen lassen. Aber ich werde es irgendwann tun, wenn meine beiden Außendienst- Mitarbeiter etwas frei sind. Im Moment
sind sie dabei, auf den Dörfern den Mahila Mandal Frauen zu zeigen, was und wie die nächsten Wassererntearbeiten getan werden sollen.
Wir haben die Arbeiten an zwei größeren Dämmen begonnen, aber da sich Wasser in den Fundamentgräben ansammelte, kam die Arbeit sehr
schnell zum Stillstand. Aber wir wollen diesmal nicht mit Sprengungen arbeiten, weil das Risse im felsigen Untergrund verursachen kann. Im
angrenzenden Dorf Pipaliya sind sie dabei Konturgräben zu ziehen. Es sieht gut aus, diese langen Reihen von Gräben! Mehr und mehr Leute
kommen darauf, diese Art von Arbeit zu tun – nicht nur aus Liebe zur Wasserernte, sondern auch um Bargeld zubekommen, das sie dringend brauchen.
Geld für Samen und Dünger Du erinnerst dich, dass wir eine ganze Menge Geld für Samen (Weizen)
und Dünger für die Bauern ausgegeben haben, die mit uns gearbeitet haben. Nun setzt der Weizen an, aber sie sagen, dass die
voraussichtliche Ernte keine sehr guten Ergebnisse zeigen wird wie letztes Jahr wegen des zu warmen Wetters. Ich bin mir nicht ganz sicher,
ob ich ihnen glauben soll.
Im Bohrloch ist genug Wasser! Das Wasser in unserem (großen) Brunnen und dem der Schwestern ist
weitgehend ausgetrocknet. Aber, um auf meine früher geäußerte Sorge zurück zu kommen, dass wir kein Wasser mehr in unserem Rohrbrunnen
in Hausnähe hätten, diese Sorge hat sich als unbegründet erwiesen. Es gibt reichlich Wasser im Rohrbrunnen! Dank des Wassers rings um das
Bohrloch, das wir während des Sommerregens gesammelt haben…
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Januar 2005
Brief von Fr. Peter / 24.1.05
Das Wetter ist zu warm für den Weizen „Der Winter war dies Jahr alles andere als kalt. Einige Bäume zeigen
schon hell orange Blüten, die erst Ende Februar oder März kommen sollten. Einige Bauern, die ihren Weizen spät gesät haben, sind nicht glücklich
damit, wie er wächst: Es zeigen sich nicht viele Ähren an den niedrigen Weizenpflanzen…
Wassersorgen Zusätzliche Probleme: Das Wasser im Bohrloch in der Nähe unseres
Hauses, wo die Jungen (des Schülerheimes) ihr Wasch- und Kochwasser herbekommen, bringt Ärger, es kommt wenig Wasser.
Heute hoffen wir, das Pumpsystem durchprüfen zu können oder wir entdecken, dass der Wasserspiegel tiefer als der Motor gesunken ist,
der schon auf 47 Metern steckt.
Gräben, Erd- und Steindämme Die verschiedenen Arbeiten haben bereits in den Dörfern begonnen mit
den üblichen Problemen. Aber ich sollte in den nächsten drei Monaten Konturgräben und Erd- und Steindämme fertig stellen. Zum Glück für
mich ist Father Maxim (ein junger Kollege) in den kommenden zwei Monaten mit hier, wenigstens bis Ostern. Er hilft mir eine Menge…
Baumschule wartet auf Saatgut Wir haben nach mehreren Jahren die Baumschule im Dorf Dhandia
wieder in Gang gebracht, weil wir nun dort Wasser haben. (In Dhandhia gibt es den „Minden Damm“, im Jahr 2000 aus Backsteinmauerwerk
gebaut und im letzten Jahr vertieft.) Wir hoffen Bambus, Guava und Custard-Apfel säen zu können, sobald wir Samen bekommen. Erde Die
mit gefüllten Plastikbeutel stehen schon an Ort und Stelle, fast 35.000 Stück.“
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Dezember 2004
Ehrhardt Wichmann / Weihnachtsrundbrief
Zu Beginn wie immer: Wetterbericht. Die Sommerregenzeit dieses Jahres brachte ein Wechselbad von
Freude und Enttäuschung. Der Monsun begann in Meghraj pünktlich am 15. Juni mit kräftigen Schauern. Die Bauern pflügten und säten ihren
Mais. Nach drei Tagen hörte der Regen allerdings wieder auf. Der Mais kam schnell bei Wärme und anfänglicher Feuchtigkeit, um dann fast
überall zu vertrocknen; denn es dauerte 40 Tage, bis der Monsun wieder einsetzte. Das Gleiche passierte mit vielen der 100.000 Teakbäumlinge,
die wie jedes Jahr in Südgujarat vom „Bäume“-Geld gekauft worden waren. Den 100 Mangobäumen, die an einige der Mahila Mandal
Gruppen verteilten wurden, ist es hoffentlich besser ergangen. Für diese kostbaren Obstbäume werden die Frauen zur Not Wasser vom Brunnen herangetragen haben.
Es war so trocken, dass die ersten Bauern zu Peter kamen und ihn um
Futter für ihr Vieh fragten, weil kein neues Gras gewachsen war. Als es dann im August endlich wieder regnete, fanden die meisten
Bauern, dass es für einen zweiten Versuch mit Mais zu spät sei, weil die Regenzeit normalerweise Mitte September zu Ende geht. Abgesehen
davon hatten sie auch kein zweites Saatgut und auch kein Geld, neues zu kaufen. Also säten sie wenigstens Gras auf die schrägen Flächen, die
sonst mit der Hauptfrucht Mais bestellt wurden, damit ihr Vieh Futter hatte.
Es regnete dann doch noch so viel, dass praktisch alle der inzwischen
gebauten ca. 130 Erd- und die drei Steindämme voller Wasser waren. Das verspricht volle Brunnen und die Möglichkeit, im Winter wenigstens
genug bewässerten Weizen und Senf und andere Früchte anzubauen. Die Niederschläge dauerten überraschenderweise so lange, dass die
wenigen Landwirte, die es mit Mais noch einmal gewagt hatten, doch eine Ernte bekamen. Wie die Situation aussieht, lässt sich aus einem
Brief von Fr. Peter vom 2.11. ersehen:
„die Kinder hier haben eben ihr Halb-Jahres-Examen beendet. Dieses
Wochenende werden sie nach Hause gehen, um das Diwali- Fest zu feiern. Wir selbst werden auch eine kleine Feier diesen Freitag haben,
ehe die Kinder heimgehen. Zu Hause wird es für sie nicht viel zu essen geben. Die Maisernte war eine Katastrophe, weil der Regen zu
Beginn der Regenzeit ausblieb. Nun werden die, die Wasser in ihren Brunnen haben, es versuchen und Weizen im Winter säen.
Ich hoffte, weitere Dämme (mit dem zuletzt geschickten Geld, meint Fr.
Peter wahrscheinlich) zu beginnen. Aber ein guter Teil der Leute, die bisher an solchen Dämmen gearbeitet hatten, fragen mich jetzt um
Saatgut und Dünger, da sie kein Geld mehr haben. Ich werde eine Liste solcher Bauern anfertigen und ihnen dann helfen mit Saat und
Dünger, ich bin sicher, Ehrhardt und Cornelia werden mit dieser Ausgabe einverstanden sein. Es ist ein dringender Bedarf da und so
wird einiges Geld dahin gehen müssen.
Der Lahde-Damm (in Navagam) hatte kein Wasser mehr, als ich ihn
nach meiner Ankunft besuchte. Aber die Gruben waren noch feucht. Das zeigt, dass es reichlich Wasser im Untergrund gibt. Der Brunnen,
von dem wir das Wasser für den Bau geholt hatten, ist jetzt voller Wasser. Wir werden ringsum den Wasserstand in den anderen
Brunnen (um den Damm) messen, um einen guten Bericht über die Wirkung des Lahde- Dammes zu schreiben.
Am Ruth-Damm (Bhadwaj) lief das Wasser noch über. Einige Jungen
aus dem Dorf fingen (kleine, 5-8 cm lange) Fische in der Abendsonne. Das war eine wunderschöne Szene, die ich da beobachten konnte.
Wenn alles gut geht, werden wir mit der Arbeit an einem neuen großen Damm einige hundert Meter stromaufwärts beginnen. Ich muss noch
einen Wasserbau-Ingenieur befragen, um die Sache für mich zu klären. Inzwischen gibt’s für mich eine Menge Papierkram zu erledigen...“
Neue Bäume pflanzen Nach dem zweiten Start des Regens konnten auch die 24.000
Bambusstauden, die mithilfe der Familie von Tavra Kharadi im Dorf Panchal und noch einem anderen Bauern gezogen worden waren, an
Interessierte verteilt werden. Eine gute Zahl ist auch an die Nachbarstation Nana Kantheria gegangen (dort hat vor ca. 15 Jahren
der spanische Pater Ignaz Guardamino mit der Wiederaufforstung begonnen). Bambus wird vielseitig für Körbe und Geräte und auch beim Hausbau genutzt.
Die bei Beginn des Regens verteilten 100.000 Teakbäume haben unter
der Unterbrechung des Monsuns sehr gelitten. Der Pflanzerfolg ist stark beeinträchtigt. Neben der Wasser- und Bäume- Arbeit kann noch über kleinere
Vorhaben berichtet werden: Die Produktion des von exakt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Felder abgestimmten Kompostes geht weiter
und ist erfolgreich, auch wenn der eigentliche Motor dieser Arbeit, ein Agrarfachmann aus Ahmedabad, ganz überraschend gestorben ist.
Seine Frau ist es, glaub’ ich, die seine Arbeit jetzt weiterführt.
Ein Küchenherdprogramm? Intensiv geredet haben Fr. Peter und ich über Möglichkeiten, die
Küchenherde der Bauersfrauen im Kreis Meghraj zu verbessern, um Brennstoff (Ernteabfälle, Gestrüpp, Holz, Kuhmistbriketts) zu sparen. Die
traditionellen Herde sind halbmondförmig aus Lehm gebaut, immer ein Topf/eine Platte findet auf der Feuerstelle Platz. Die Herde besitzen
keinen Rauchabzug. Durch die einfache Bauweise – jede Frau versteht es, solch einen Herd zu bauen – wird der Primärbrennstoff nur zu 18 – 25
% ausgenutzt, (unsere modernen Elektroherde bringen es allerdings auch nicht auf mehr!) zudem breiten sich die Abgase in der Küche aus
und vergiften die Atemluft.
Mit einem Metallrohr ließe sich leicht ein Rauchabzug schaffen.
Allerdings muss dann das Problem der Zugregulierung gelöst werden, weil sonst der Brennstoffverbrauch steigt. Fr. Peter wird versuchen, sich
mit indischen Organisationen, die Küchenherdprogramme anbieten, in Verbindung zu setzen. Er hofft auch eine Lösung für die großen Herde
der Küche zu finden, auf denen für sein Schülerheim gekocht wird.
Solch ein Küchenherdprogramm wäre sehr nützlich, weil es das Problem
des Mangels von Bäumen und Büschen von der Verbrauchsseite her anginge. Wenn weniger nachwachsende Brennstoffe abgeschlagen
werden, kann mehr Grün in Sabarkantha ungestört hoch wachsen. Zusätzlich bringt es eine Arbeitsentlastung für viele Frauen mit sich, die
dann seltener loslaufen müssen, um Brennstoff zu besorgen.
Besuch von Fr. Peter in Minden Sehr schön war der zehntägige Besuch von Fr. Peter in Minden. Ein
Gottesdienst, manche Schulbesuche, Diavorträge und viele persönliche Begegnungen und Gespräche standen auf dem Programm. Einen
Höhepunkt bildete sicher der Besuch in der Realschule Lahde, die sich seit vielen Jahren großartig um die Verbindung mit Fr. Peter in Meghraj
kümmert. Über 300 Schülerinnen und Schüler mit ihren LehrerInnen zeigten lebendige Vorführungen, hörten dem Bericht von Fr. Peter zu und
sahen ein Video vom Bau des von ihnen finanzierten Dammes in Navagam. Als die Bilder dokumentierten, wie das Wasser den Überlauf
ihres Dammes überströmte, klatschten die Schülerinnen und Schüler begeistert. Erfolgreiche Hilfe macht einfach Freude!
Eine gesegnete Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein zuversichtlich ins neue Jahr Hineingehen wünschen
Cornelia Haber + Ehrhardt Wichmann
Der Rundbrief 12-04 als PDF-Dokument [51kB]
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Foto von der Umgebung des Lahde-Damms
November 2004
Brief von Fr. Peter / 8.11.04:
Arbeit an drei Dämmen begonnen
…“in diesen Tagen, wenn ich durch die Hügel gehe, stehen nur Daal
(Linsen-) Stauden auf den Hügeln. Mais war zu 80 % ein Fehlschlag. Wir werden die Überlebensrate der Teakpflanzen überall da, wo sie
gesetzt sind, überprüfen. Es ist ein großer Fehlschlag, auch finanziell – immer wieder geschieht das: Wenig oder gar kein Regen.
Diese Woche hat die Arbeit an drei Dämmen in Bhadwaj und in Navagam begonnen… Viele Bauern wollen jetzt Weizen säen, weil sie
ringsherum Wasser in ihren Brunnen haben. Aber die meisten haben kein Bargeld Saatgut zu kaufen. So haben wir Kriterien erarbeitet, dass
die Bauern, die beim Bau von Dämmen in ihren Dörfern geholfen haben, auch Saatgut und Dünger für den Winteranbau von Getreide erhalten
Geld für Saatgut und Dünger Die große Summe (aus der Aktion „Bäume für Sabarkantha“) die du
überwiesen hast, ist bereits unserem Konto gutgeschrieben. Wir haben Versammlungen in verschiedenen Dörfern geplant, um geeignete Stellen
für Dämme auszusuchen, aus Erde und auch mit Mauerwerk. Die Zementpreise sind sehr niedrig dieses Jahr…“
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Oktober 2004
Pater Peter D’Souza in Minden
Informationsveranstaltung im Martinihaus am 4.10.04 Gruppenfoto mit TeilnehmerInnen
Es gab eine Menge zu berichten und viele Fragen mussten beantwortet
werden. Der persönliche Kontakt tat gut und verstärkte das Vertrauen, dass die gesammelten Gelder sinnvoll verwendet wurden und werden.
Schritte zur Wieder-Herstellung der Region (nach Abholzung und Raubbau) durch Aufforstung und Wassergewinnung wurden durch Fotos,
Dias und Filme eindrucksvoll geschildert und belegt.
Treffen mit Pater Peter am 29.09.04 bei Ehrhardt Wichmann mit Bericht über die aktuelle Entwicklung
Aus der MT-Online-Berichterstattung 12.10.04 von Ulrich Westermann
Ein Staudamm mit Namen “Lahde“ Realschule unterstützt seit Jahren die Region Sabarkantha in Indien
Petershagen-Lahde (Wes). Seit gut 14 Jahren wird von der Realschule
Lahde ein Projekt unterstützt, das den Ureinwohnern von Indien, den Adivasis, zu Gute kommt.
Als Anerkennung für diese Hilfe ist in Sabarkantha ein Staudamm nach der Realschule benannt worden. Er heißt Lahde - School Dam.
Groß war die Freude bei Schülern und Lehrern über den Besuch von
Jesuitenpater Peter D‘Souza, der als Organisator und Betreuer über das Programm berichtete. Begleitet wurde der Gast aus Indien von dem
früheren Schulreferenten des Kirchenkreises Minden, Ehrhardt Wichmann.
Viele der Adivasis wohnen als Kleinbauern im Bezirk Sabarkantha.
Nach der Abholzung der Wälder spülte der Monsunregen den fruchtbaren Boden von den Hügeln. Um der Erosion Einhalt zu gebieten,
wurde beschlossen, die kahlen Hügel wieder mit Bäumen zu bepflanzen. [...]
Achtung: Artikel, Fotos und sonstige Informationen aus dem MINDENER TAGEBLATT / MT-ONLINE
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Mehr Informationen über die Unterstützung durch die Realschule Lahde unter http://www.rslahde.de
Der Lahde - School Dam nach den Monsunregenfällen August 2004
Aus der MT-Online-Berichterstattung 30.09.04 von Stefan Koch
Globale Reichweite bis nach Indien Projektpartner aus Sabarkantha in Minden / Vortrag über Engagement
Minden (sk). Mehr als 3000 Menschen in der indischen Region
Sabarkantha haben unter anderem durch Unterstützung aus Minden Arbeit in einem Aufforstungsprogramm gefunden. Jetzt reiste der örtliche
Projektpartner in die Weserstadt, um über Fortschritte zu berichten.
14 Tage dauert der Besuch von Pater Peter D´Souza, der als indischer
Jesuit sein Leben den Ureinwohnern Sabarkanthas widmet. Jetzt gibt es für ihn in Minden jede Menge Hände zu schütteln. Zahlreiche Eltern,
Kinder und Kirchengruppen unterstützen seit zwölf Jahren das Wiederaufforstungsprojekt. Gestern bot sich Zeit für eine Stippvisite im “Eine-Welt-Dorf“* an der Königschule. Dort steht neben einem
westfälischen Bauernhaus und einem Rundhaus aus Mtae ein indisches Bauernhaus. Gebäude, die die globale Reichweite humanitären
Engagements aus Minden verdeutlichen sollen, wie die stellvertretende Schulleiterin Gudrun Wöpkemeier erläutert.
Der Kontakt nach Indien kam bereits im Jahr 1984 zustande, als Erhardt
Wichmann nach Indien reiste. Der damalige Pfarrer und Schulreferent von Minden-Lübbecke lernte damals Pater Peter kennen. Neben seiner
Arbeit im Schülerheim und in der Schule in Meghrai in Sabarkantha engagierte sich der indische Jesuit in der Wiederaufforstungsarbeit, die
nicht zuletzt durch Spendenaktionen in Minden vorangetrieben wurde.
In den vergangenen Jahren kam es zudem zum Bau von Erddämmen
und Konturgräben zur Wassergewinnung. Inzwischen existieren auch drei Stauwerke, um bei ausbleibendem Regen die Aufzucht von Bäumen zu
ermöglichen. Und: Eine Kompostanlage für Bioabfall und Kuhdung erzeugt Dünger für die Pflanzen. 24 000 Bambus-Bäume und 100 000
Teak-Bäume, ihre Überlebensrate beträgt 30 bis 40 Prozent, sind allein in diesem Jahr gepflanzt.
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* Mehr zum “Eine-Welt-Dorf
“ an der Königschule unter Projekte der Friedenswoche Minden: Kinder und Jugendliche bauen ein Weltdorf http://www.friedenswoche-minden.de/projekte.html
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September 2004
Alle Dämme sind voller Wasser !!
Vom 28. Juli bis zum 24 August hat es über 500 mm in Meghraj
geregnet. Alle Dämme sind voller Wasser. Damit ist die Wasserversorgung für die nun kommenden langen Trockenmonate gesichert.
Viele Bauern können jetzt nach dem Ausfall der Sommergetreides
Winterweizen anbauen und mithilfe ihrer vollen Brunnen bewässern; ein Ergebnis der Dammbaumaßnahmen, die durch "Bäume für Sabarkantha
- die Brunnen wieder füllen" ermöglicht wurden.
Pater Peter wird vom 27. September bis zum 9. Oktober in Minden sein,
Schulen und Kreise besuchen. Dazu wird noch gesondert eingeladen.
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August 2004
Endlich etwas Regen - Sabarkantha atmet auf
Nach über einem Monat angstvollen Wartens hat es endlich drei gute
Regentage gegeben. „Kristallklares Wasser steht hinter dem Damm in
Bhadwaj“, gab Pater Peter die frohe Nachricht telefonisch nach Minden
weiter. Eine Bäuerin war mit der Botschaft aus dem kleinen Dorf an der Grenze zu Rajasthan zu dem Geistlichen gekommen. Jetzt kann der vor
zwei Jahren gebaute Damm dafür sorgen, dass das Grundwasser für die umliegenden Brunnen aufgefüllt wird.
Anders sieht es bisher beim zweiten großen Damm im Dorf Navagam
aus. Das Sperrwerk wurde in diesem Frühjahr mit den Spenden der Schülerinnen und Schüler aus der Realschule Lahde gebaut. Ein
Erddamm und ein gemauerter Überlauf sollen das Wasser aus einem weiten Tal aufstauen. Hier steht Wasser bisher nur in den Erdgruben,
aus denen das Erdreich zum Dammbau gewonnen wurde. Der Niederschlag ist vom ausgetrockneten Ackerboden des Tales
vollständig aufgesogen, der kleine Bach, der das Stauwerk füllen sollte, hat noch nicht zu laufen begonnen.
Eigentlich hatte die Regenzeit Mitte Juni gut angefangen. Mehrere
Schauer ließen den Ackerboden feucht und weich werden. Die Bauern konnten pflügen und säen. Als der Mais aber aufgegangen war, hatte der
Regen aufgehört – in den folgenden 40 Tagen kam kein Tropfen mehr
vom Himmel. „Die jungen Maispflänzchen sind gleich wieder vertrocknet,
kaum dass sie aus der Erde hervorkamen“, so der Projektpartner der
Mindener Aktion „Bäume für Sabarkantha“ am Telefon. „Jetzt Anfang
August lohnt es nicht mehr Getreide zu säen. Die Regenzeit geht nur bis
Ende September, zwei Monate reichen nicht für den Anbau von Mais.“
Das ist bitter für die armen Bauern von Sabarkantha, die im Sommer
Mais und Reis, und im Winter Weizen für die eigene Ernährung anbauen. Jetzt können sie nur noch Gras auf ihren kleinen Äckern säen, damit
wenigstens ihr Vieh, Rinder und Ziegen ausreichend Futter findet.
Die Landwirte, in deren Bereich einige der über 130 Erddämme mit der
Hilfe von Spenden aus Minder gebaut wurden, hoffen jetzt noch auf einige zusätzliche, starke Schauer. Dann kann sich Wasser im Stauraum
der Sperrwerke sammeln .Wenn das einige Male geschieht, bildet sich soviel Grundwasser, dass ihre Brunnen vielleicht ausreichend Wasser für
ein kleines Feld Weizen im Winter liefern.
Für die 11 Bauern aus Badwaj ist das schon fast Gewissheit. Dank des
felsigen Einzugsgebietes, das auch kleinere Regenfälle schnell in den kleinen Bach leitet, ist ihr Damm voll und staut das Wasser auf über
hundert Meter Länge. Das wird ihren Brunnen im Winter zugute kommen.
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Juni 2004
Sommerregen in Sabarkantha hat begonnen
Nach den heißen Monaten März bis Juni können die Bauern
Sabarkanthas mit den Feldarbeiten beginnen. Am 10 Juni gab es den ersten kräftigen Regen über Meghraj: 30 mm verzeichnet das
Metoreologische Institut Delhi für den kleinen Ort in Sabarkantha, dessen Bauern seit vielen Jahren von Gruppen und Einzelnen aus Minden und
Umgebung unterstützt werden. Anschließend regnete es noch dreimal mit zusammen 80 mm. Das ist ein hoffnungsvoller Anfang der Sommerregenzeit.
Wie schon in den Vorjahren sind auch im letzten Jahr mit dem Geld aus
Minden wieder viele Erddämme und im Dorf Navagam ein größerer Erd-Steindamm gebaut worden. Er wurde rechtzeitig zum Monsun fertig.
Erd-Steindamm im Dorf Navagam
Der große Damm wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Wasserführung
von 12 Brunnen unterhalb des Dammes und 11 Brunnen oberhalb verbessern.
(Brief von Pater Peter vom 5.6.04): Die oberen Brunnen können etwa 20 Hektar Land mit Wasser versorgen, die unteren nun 20.4 ha bewässern.
Zusammen leben 25 Familien um den Damm herum. Das erste, was der Damm bewirken wird, ist dass die Grundwasservorräte wieder aufgefüllt
werden. Das bedeutet, dass die meisten der genannten Brunnen, soweit sie in der Regel im Sommer trocken fallen, dies Problem nicht mehr
haben werden. Bisher haben sie (im Sommer) nicht einmal mehr Trinkwasser bei normalem Sommerregen oder auch, wenn es (nur) 500
mm im Monsun regnet. Wir konnten das im Dorf Bhadwaj sehen, wo der andere große Damm gebaut wurde. Auch jetzt gibt es dort bei der Hitze
noch in jedem Brunnen Wasser.
Normalerweise geben die Adivasi Wasser auch nahen Nachbarbauern
ab. Sie nehmen 30 Rupien/Stunde, wenn das Wasser mit Diesel-, 50 oder 60 wenn es mit Elektromotor gepumpt wurde. Das ist normal, das
Wasser je Stunde zu verkaufen durch ein Rohr von ca. 6.5cm. Wenn Wasser jetzt auch im Winter zur Verfügung steht, kannst du sicher sein,
werden die meisten Bauern rings um den neuen Damm Weizen anbauen. Das können die meisten von ihnen jetzt nicht tun, weil sie keine eigenen
Brunnen oder kein Wasser in ihnen nach der Monsunzeit haben.
Während des Monsuns bauen alle Mais an den Hängen der Hügel und
Reis in den Talböden an. Wenn sie zusätzliches Wasser haben, werden
sie auch Hülsenfrüchte wie ,Tuvar' oder ,Adad' kultivieren; diese Früchte
brauchen im Vergleich zu Mais länger bis zur Reife, also müssen sie nach der Regenzeit zusätzlich bewässert werden.
Ein großes Problem wird der Damm auf jeden Fall lösen: Die
Versorgung mit Trinkwasser in der heißesten Sommerzeit. Die Bauern erlauben normalerweise anderen Familien Wasser für den
Hausgebrauch und fürs Trinken mit ihren Töpfen herauf zu ziehen - es sei denn, sie sind miteinander „verfeindet“.
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Dezember 2003 / Januar 2004
Wasserernte – eine Erfolgsgeschichte - Bericht über eine Reise nach Sabarkantha / Indien
Cornelia Haber, Lehrerin an der Realschule Lahde, Friedrich Wichmann,
Informatiker aus Paderborn und Pfarrer i.R. Ehrhardt Wichmann waren vom 24.12 2003 an viele Tage in Sabarkantha und konnten sehen, was
durch die Wassererntearbeit der letzten Jahre in vielen Dörfern, vor allem des Kreises Meghraj, geschafft wurde.
Sie erfahren mehr über die Besichtigung von Watershed - Maßnahmen auf der Sonderseite Wasserernte.
Dargestellt sind die folgenden Orte: 1. Bau eines Erddammes im Dorf Navagam * 2. Ruth-Damm in Bhadwaj *
3. Tivabhai in Panchal (Dorfteil Vilkuvedi) 4. Ambaliya in Vanka Khada 5. Mahila Mandal Treffen in Meghraj *
6. Mahila Mandal auf dem Dorf Dhandia 7. Besuch in Kudla, dem Dorf der 132.000 Bäume
Alternativ oder zusätzlich können Sie den Bericht in Druckfassung als
PDF-Datei herunterladen. Der Umfang beträgt ca. 26 kB. Zum Download der PDF-Datei: Wasserernte – eine Erfolgsgeschichte
Mehr über die Besichtigung von Watershed - Maßnahmen Wasserernte
* Zu diesen Bereichen sind Videos verfügbar. Um sich einen visuellen
Eindruck zu verschaffen, können Sie je nach Qualitätsanspruch bzw. Downloadmöglichkeit folgende Videos herunterladen:
Begruessung.rm [213 kB] Begruessung.wmv [5,89 MB]
Navagam.rm [174 kB] Navagam.wmv [3,53 MB]
Ruthdamm.rm [228 kB] Ruthdamm.wmv [4,81 MB]
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weiter mit den Rundbriefen aus den Jahren 2000 bis 2003 Kinder-Rundbriefe Rückblick auf Aktionen Wasserernte
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