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„Bäume für Sabarkantha“ ist der Name einer Projektpartnerschaft von Schulen, Gruppen und Einzelpersonen aus Minden und anderen Orten Deutschlands mit einem Entwicklungsprojekt in Sabarkantha / Indien. Sie entstand aus einem bald zwanzigjährigem Briefwechsel des indischen Jesuitenpaters Peter D’Souza aus Meghraj mit dem damaligen Schul- referenten von Minden-Lübbecke Ehrhardt Wichmann. Aufforstung von untenSeit 1991 ging es um die Unterstützung einer „Aufforstung von unten“ in der fast vollständig entwaldeten Umgebung des kleinen zentralen Ortes Meghraj.
Meghraj im Distrikt Sabarkantha liegt etwa 150km nordöstlich von Ahmedabad entfernt, der größten Stadt im indischen Bundesstaat Gujarat. Hier, in der direkten Nachbarschaft zum Staat Rajasthan (mit der großen Thar-Wüste an der Grenze zu Pakistan), sind fast alle Berge und Hügel seit Jahrzehnten entwaldet. Die Folge: Erosion, unregelmäßige Niederschläge, sinkender Grundwasser- spiegel, Bauholz- und Brennstoffmangel, Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt. Eine Aufforstung von „oben“ durch die Forstwirtschaft war jahrelang wenig erfolgreich. Auf der einen Seite wurde schlecht gearbeitet, auf der anderen zwang Not die Armen, Holz für ihre Kochherde und Zweige als Futter für ihre Ziegen zu stehlen. So wurden viele Neuanpflanzungen zerstört. Frauengruppen tragen die ArbeitDer Jesuit Peter D’ Souza und mit der Kirche in Meghraj verbundene Schwestern gründeten Frauengruppen (Mahila Mandal). Diese legten in der Nähe von ausdauern- den Brunnen Dorfbaumschulen an und zogen dort Bäumlinge wie Eukalyptus, Neem, Babul, Bambus und andere heimische Arten. Mit Beginn der Regenzeit Mitte Juni setzten sie die ca. 1m hohen Pflanzen auf Wüstland, Abhänge und Feldraine in vorbe- reitete tief ausgehobene Pflanzlöcher. Nach der Pflanzung müssen die Bäumlinge vor den Ziegen geschützt und nach Ende der Regenzeit im Oktober mit lockerer Erde gemulcht werden, damit sie die kommenden 8 trockenen Monate überdauern.
Pflanzlöcher ausheben - bei 40°C im Schatten (oben) Die ersten Erddämme (roter Pfeil) werden gebaut
Ein Damm ist zwischen 15 und 30 Meter breit, ca. 3 m hoch, an der Basis je nach erwartetem Wasserdruck bis zu 8 m breit.
Erste ErfolgeAuf diese Weise wurden seit 1991 mit Hilfe der Aktion „Bäume für Sabarkantha“ mehr als 250.000 Bäume im Kreis Meghraj gepflanzt. An vielen Stellen leuchten inzwischen bis zu 10 m hohe Wäldchen, Bäume und Büsche zwischen Feldern und um Bauernhäuser. Erste Holzernten brachten den Familien Bau- und Brennholz und zusätzliches Ein- kommen. Die gemeinsame Planung und Arbeit stärkte den Zusammenhalt der Frauengruppen und das Selbstbewusstsein der einzelnen Frauen, die in der Adivasi-Gesellschaft einen geringen sozialen Rang einnehmen. In den monatlichen Gruppentreffen wurden viele die Situation der Frauen betreffende Themen besprochen.
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“Geschenk von Kindern aus Minden für das Dorf Dhandhia”
Der erste Versuch Wasser zu „ernten“ wurde im Jahr 2000 unternommen: Im Dorf Dhandhia wurde aus Ziegelsteinen ein kleiner Damm mit Zementmörtel gemauert. Mehrere Wochen arbeitete ein Maurer mit mehreren Gehilfen an dem Sperrwerk. Eine Inschrift in Hindhi weist auf die Geldspender aus Deutschland hin.
Beim ersten Regenschauer füllte sich der Stauraum, und das Wasser versickerte bald wie vorgesehen im Untergrund. Ein naher Brunnen hatte daraufhin in der kommenden Trockenzeit deutlich mehr Wasser als die umliegenden Wasserstellen.
Weitere Steindämme wurden nicht gebaut: Erddämme sind billiger und viele ungelernte Dorfbewohner können beim Bau verdienen. Außerdem wird für den Bau eines gemauerten Sperrwerkes eine Menge Wasser benötigt, das an den meisten Dammbaustellen im Sommer nicht zur Verfügung steht.
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Damm zwischen Reisfeldern (Foto oben)
Ein Damm aus Erde und Steinen hat das Regenwasser aufgestaut. Wo das Wasser gestanden hat, bis es nach und nach im Boden versickerte, wächst jetzt Reis - kräftig und dunkelgrün.
Vorne rechts im Bild ist der Wasserüberlauf zu sehen: Als der Stauraum des Erddamms gefüllt war, konnte hier überschüssiges Wasser talabwärts fließen und den weiter unten liegenden Damm füllen.
Hinten am Hügel ziehen sich schmale parallele Gräben entlang. Sie sollten das hügelabwärts laufende Regenwasser stoppen, versickern lassen und mitgeführte Erde stoppen, damit diese nicht den Stauraum hinter dem Dann zu schnell wieder auffüllt.

Brunnen mit Motorpumpe
Somabhai mit Schwiegertochter und Enkelkind
aus dem Dorf Ramad zeigt den Wasserstand
seines Brunnens: 10.50m. Obwohl von den zwei
neuen Erddämmen oberhalb der Wasserstelle
der eine später bei einem zu starken Regen
brach, reichte das versickerte Wasser aus,
seinen Brunnen so reichlich mit Grundwasser
zu versorgen, dass er für sich und seine
Kinder Tal abwärts Reis anbauen konnte.
(Foto links)
Father Peter im Gespräch mit Bauern
Bauern aus dem Dorf Navagam sind zusammengekommen, um mit Fr. Peter über weitere Wassererntemaßnahmen zu beraten. Auch in anderen Dörfern finden Beratungen statt: Wo können Dämme gebaut werden? Wer gibt ein Stück seines Ackers für den Dammbau her? Ist Fr. Peter in der Lage, die vielen Frauen und Männer, die in tagelanger Arbeit den Erddamm aufhäufen, zu bezahlen? Wie wird das (im Juni 2002) erwartete Regenwasser verteilt?
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Bäume ziehen muss gelernt werden: Wie voll
müssen die Plastiktüten sein? Wo kann
das Bewässerungswasser entlanglaufen?
Was tun bei Schädlingsbefall? Welche
Samen keimen im Dunkeln? Wann müssen
die Tüten umgesetzt werden, um ein
Anwurzeln im Acker zu verhindern?
Die Adivasi sind gute Bauern, Bäume heran-
ziehen und pflanzen tun sie zum ersten Mal.
Wenn 12.000 Tüten mit Erde gefüllt werden müssen, ist auch die Hilfe von Kindern sehr erwünscht. (Foto unten)
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Gespräch am Brunnen
„Gib uns Geld, damit wir den Brunnen vertiefen können“, so beginnt manches Gespräch mit einem Bauern in Sabarkantha. „Ihr müsst lernen, das Wasser nicht wegfließen zu lassen, dann haben eure Brunnen wieder Wasser“, heißt die Antwort.
„Wasserernte“ - ein neues Wort für die Adivasi. Gelingt es, in diesem von dem Austrocknen bedrohtem Gebiet, das weniger gewordene Regenwasser aufzustauen und versickern zu lassen und die Grundwasservorräte wieder zu füllen, wird weiter Landwirtschaft möglich sein. (Foto unten)
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Hier liegt Sabarkantha

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